VideoDays 2016

Trotz Neuerungen nur Standard: So waren die VideoDays Köln 2016

Am 19. und 20. August fanden die VideoDays Köln 2016 statt. Lukas Menzel war vor Ort und berichtet von seinen Eindrücken. 

Die besten VideoDays aller Zeiten„, versprach Christoph Krachten noch euphorisch am Freitagmorgen zum Start der achten VideoDays. Dass dies nicht so ganz stimmen konnte, zeigte jedoch schon ein Blick auf die Besucherzahlen. So wurden nach zwei ausverkauften Jahren erstmals nach offiziellen Angaben nur 12 000 Tickets verkauft – auch wenn es gefühlt deutlich weniger Teilnehmer waren. Am Line-Up dürfte dies dabei jedoch nicht gelegen haben, denn die Veranstalter hatten einiges aufgefahren, um die Massen zu begeistern. DieLochis, ApeCrime, BibisBeautyPalace und Lisa und Lena waren etwa vor Ort, um sich zu präsentieren und ihre Zuschauer zu treffen.

Auch wenn die VideoDays zahlentechnisch so schon deutlich kleiner wirkten, sind diese natürlich nur eine Seite der Medaille. Viel wichtiger ist schließlich, was den Zuschauern vor Ort geboten wird. Hierbei gab es erst einmal eine allgemeine Änderung im Vergleich zum Vorjahr. So fand der ShowDay erstmals am Freitag und der CommunityDay am Samstag statt. Beim ShowDay sollte es dabei nicht wie in den vergangenen Jahren einfach nur eine Standard-Show geben, sondern zwei Shows sowie den VideoVisionSongContest (ViViSoCo). Hinter dem ViViSoCo verbarg sich dabei eine Art Castingshow, bei der 10 Kandidaten gegeneinander antraten. Somit eigentlich ein abwechslungsreiches Programm.

Standard-Show mit wenigen Highlights

Die Shows selbst jedoch waren leider nicht sonderlich anders als in den Jahren zuvor. So gab es erneut mit den Lochis, ApeCrime und dem ein oder anderen weiteren Act, einige Highlights, die die Massen zum Ausrasten brachten, jedoch auch genügend Acts, die einfach nur Standardware ablieferten. Manchen Act beziehungsweise Show-Block hätte man sich außerdem komplett sparen können, waren diese einfach nur langweilig, reine Werbung oder anderweitig uninteressant. Während sich hierbei jedoch „Highlights“ mit dem „Standard“ oder „Nonsens“ abwechselten, gab es bei dem ViViSoCo nur Standard bis Nonsens zu sehen.

ViViSoCo: Potential verspielt

Das gesamte Konzept bot zwar von der Idee her einiges an Potential, wie so oft war die Umsetzung jedoch recht dürftig. So erinnerte der VideoVisionSongContest an eine Mischung aus „The Voice“, „DSDS“ und „Rising Star“. Hierbei fehlte jedoch nicht nur jegliche Dramaturgie, sondern auch jeglicher Charakter. Der Moderator zeigt etwa, dass er keinen Webvideo-Background hat und die Teilnehmer konnten zwar gut singen, boten jedoch auch keine interessanten Hintergrundgeschichten oder waren größtenteils schlicht austauschbar. Lediglich die Einbindung der Live-Abstimmung brachte frischen Wind rein.

Natürlich ist die Show aber nicht alles. Positiv überraschte hierbei das Rahmenprogramm, bei dem man diesmal wirklich auch etwas machen konnte und nicht nur mit Werbung bombardiert wurde. Um die Lanxess-Arena herum wurde etwa getanzt, geklettert oder gesungen.

Der CommunityDay

Außerdem spielten natürlich auch das Fan-Treffen am CommunityDay für viele Zuschauer eine wichtige Rolle. Dieses lief überraschenderweise sehr geordnet und gesittet ab, was wohl daran liegen dürfte, dass nur 200 Plätze pro Slot vergeben wurden. Leider kam es jedoch dazu, dass einige Creator ihre Autogrammstunden absagten oder nur einen Slot wahrnahmen, was für viele Teilnehmer ärgerlich war, konnten diese nur am Vormittag ODER Nachmittag die jeweiligen Creator treffen. Bis auf dieses Ärgernis verlief der CommunityDay sehr unspektakulär und bot wenig Neues.

Trotz Neuerungen nur Standard

Somit waren die VideoDays trotz einiger Neuerungen leider mal wieder nur „Standard“. Für Fans von den anwesenden YouTubern, Musern, YouNowern und Facebookern gab es einiges zu erleben und die Möglichkeit, die jeweiligen Lieblingsstars zu treffen und mit diesen ein Foto sowie Video zu machen. Frischer Wind war jedoch nur in den Ansätzen zu spüren. Der ViViSoCo etwa verspielte leider sein Potential und auch die Shows waren alles andere als spannend, innovativ oder neuartig. Wer deshalb echte Highlights sucht, ist bei den VideoDays falsch.

Beitragsbild von Mielek Hoederath/YouTube