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Kolumne: Kollegah hat verdient gewonnen

Der Rapper Kollegah, der letztes Jahr ein aktiver Youtuber geworden ist, hat beim Webvideopreis ordentlich abgeräumt. Drei Kategorien konnte er für sich entscheiden.

Der Gangsterrapper Kollegah ist zurzeit erfolgreich wie nie. Sein neues Album King steht in Österreich, Deutschland und der Schweiz auf Platz 1 der Albencharts und viele Auskopplungen haben es in die Top 100 der Singlecharts geschafft. Sein Youtubekanal, den er im November 2013 gestartet hat, erreicht mittlerweile fast 600.000 Abonnenten. Im April hat er mit seinen Videos über 13 Millionen Aufrufe erreicht.

Trotzdem hat er sich beim Publikum mit seinen drei gewonnenen Preisen sehr unbeliebt gemacht. Das hat damit zutun, dass ihn viele nicht als Youtuber sehen, sondern als Rapper. Doch wer seinen Channel verfolgt, sieht klassische Youtubeformat, wie „Bosshaft unterwegs“ oder „Lyrik Lounge“. Er betreibt für seinen Kanal einen hohen Aufwand und investiert sehr viel Zeit in Produktion, Verbreitung und Ideenfindung und kommt damit auf ein ähnliches Arbeitspensum wie andere Produzenten auch.

Die Einnahmen für den Freetrack „Armageddon“, der die Kategorien „AAA“ und „Epic“ gewann, spendete Kollegah sogar an eine Kindertagesstätte. Des Weiteren war das Video zum Freetrack einfach so aufwendig und durchdacht, dass es die beiden Auszeichnungen verdient hat. Aber auch „Newbie“ hat er nicht unverdient gewonnen, denn so lange ist er noch nicht auf Youtube. Und welcher Newbie schafft so eine Entwicklung in einem so kleinen Zeitraum. Kollegah hatte zwar schon vor seiner Youtubezeit viele Fans, doch seine Videos sprechen für sich.

Penis hin oder her

Natürlich war auch die Penis-Szene beim ersten Preisgewinn sehr grenzwertig. Kollegah erklärte auf der Bühne, dass er den Preis seinem Sohn widmen würde. Dieser Sohn war jedoch Shneezin von den 257ers und dieser zeigte dann auf der Bühne leicht angetrunken seinen Penis. Dies wurde in den sozialen Netzwerken als „Skandal“ bezeichnet. Meiner Meinung nach ist das jedoch nicht der Fall.

Der Youtuber TC von Y-Titty (Matthias Roll) hat mit seiner „Pimmel“-Aussprache mittlerweile einen Kultstatus bei seinen Fans erhalten.

Die Community hat die Wahl

Dass das Votingsystem noch mal überarbeitet werden muss ist keine Frage. Jedoch möchten viele User, dass Youtuber wie Kollegah, die einen kommerziellen Hintergrund haben, nicht mehr gewinnen dürfen. Doch dass ist meiner Meinung nach die falsche Divise, denn die Community hat beim Webvideopreis einen hohen Stimmenanteil. 50% der Entscheidungskraft wird durch das Online-Voting entschieden und daher gilt: nächstes Jahr mehr wählen.

Die European Webvideo Academy könnte es hier den Nutzern einfacher machen, indem sie das Voting etwas einfacher gestaltet. Zum Beispiel, indem das tägliche Voting abgeschafft wird.

PS: Auch der Let’s Player Ungespielt meint, dass Kollegah verdient gewonnen hat. (Video)

Beitragsbild: EWVA / Christof Wolff (Lizenz)