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Das Allyance Network im Interview

Erst kürzlich richtete sich das Gamstar & Friends Netzwerk neu aus und benannte sich ins Allyance Network um (wir berichteten). Passend zu dieser Neuausrichtung haben wir mit Mikkel Robrahn, Youtube Network Manager beim Allyance Network, über die Umstrukturierung, das Netzwerk allgemein und die “Let’s Play meets Gamescom” Bühne gesprochen. 

Broadmark: Vor gut zweieinhalb Wochen hat sich das ehemalige Gamestar&Friends Netzwerk umstrukturiert und in das Allyance Network umbenannt. Wie kam es zu dieser Neuausrichtung und was sind die Gründe dafür?

Mikkel Robrahn: Die Neuausrichtung war glaube ich längst überfällig. Unser größtes Problem war eigentlich immer, dass weder wir noch unsere Partner genau wussten, wie das Netzwerk eigentlich heißt. Wir waren entweder Gamstar & Friends, das Gamestar Netzwerk und teilweise sogar nur IDG, wie es auch bei Socialblade steht. Das ist natürlich nicht sehr vorteilhaft, gerade weil wir mittlerweile eine Größe erreicht haben, wo man auch mit einem vernünftigen Namen auftreten kann.

Das wollten wir mit der Neuausrichtung nun unbedingt ändern, denn wir wollten nicht mehr nur im Schatten von Gamestar stehen. Wir werden zwar auch weiterhin das Gamestar-Netzwerk sein, aber wir heißen nun eben Allyance, was für uns ein schöner Begriff ist, der aus dem Gaming-Bereich stammt. In Zukunft wollen wir den Gaming-Bereich auch weiter bedienen. Wir werden jetzt nicht mit Schmink-Tutorials oder Comedy anfangen, sondern wollen weiterhin für die Gamer da sein.

Broadmark: Mit der Umstrukturierung und Umbenennung hat sich vor allem in der Außendarstellung einiges geändert. Ihr habt jetzt eine eigene Website und seid in den sozialen Netzwerken aktiv. Wie ist denn bisher die Resonanz auf die Neuausrichtung?

Mikkel Robrahn: Die Resonanz ist wirklich großartig. Das hat uns auch echt ein bisschen überrascht, denn eigentlich kommen bei solchen Rebrandings und Neuausrichtungen erstmal die ganzen Nörgler. In diesem Fall war es aber so, dass wir sehr viel positive Resonanz bekommen haben, sei es von unseren Partnern oder auch von vielen anderen Gaming-Kanälen, die nicht bei uns im Netzwerk sind.

Wir merken halt, dass wir mit dem, was wir tun, eine Lücke unter den ganzen Netzwerken bedienen. Es gibt mittlerweile einige Netzwerke, die alles machen, aber monothematische MCNs sind selten geworden. Da wir eben nur Gaming machen, konzentrieren wir uns auch voll darauf und das scheint sehr gut anzukommen.

Broadmark: Was hat sich denn außer der verbesserten Außendarstellung noch so mit der Neuausrichtung geändert?

Mikkel Robrahn: Ich denke, der größte Unterschied ist, dass wir jetzt auch Peter Smits und Dennis Brammen, bekannt vom Kanal PietSmiet, als Mitgesellschafter mit an Bord haben. Das war uns sehr wichtig, alleine pietsmietbrammenpietschon, weil sie uns einfach Feedback geben können, was dir kein BWL-Absolvent, der frisch von der Uni kommt, geben kann. Die beiden sind schon mehrere Jahre auf Youtube aktiv und wenn wir ein neues Projekt planen ist es uns immer wichtig, dass wir das nicht an unseren Partnern vorbei planen. Deswegen holen wir natürlich auch immer ihr Feedback mit ein.

Nichtsdestotrotz ist auch das Team weiter gewachsen. Wir haben mittlerweile drei Leute, die im Partnermanagement arbeiten, eine Projekt-Managerin, das Sales-Team, etc. Es hat sich einiges getan in den letzten Monaten.

Broadmark: Wie du eben schon angesprochen hattest, sind Peter Smits und Dennis Brammen nun auch Mitgesellschafter der neugegründeten IDGPS GmbH, unter der das Allyance Network firmiert. Wie kam es dazu, dass die beiden nun auch Mitgesellschafter sind?

Mikkel Robrahn: Die sind mit ihrem Kanal mit am längsten bei uns im Netzwerk, haben natürlich auch eine signifikante Reichweite und da ist es dann ganz logisch, dass man irgendwann aufeinander zugeht und schaut, wie man noch enger zusammenarbeiten kann.

Broadmark: Dass Youtuber nun auch an Multi-Channel-Netzwerken beteiligt sind, ist bislang eher ungewöhnlich (Anm. d. R.: an Mediakraft ist auch Phillip Laude von Y-Titty beteiligt). Wie viel PietSmiet ist denn das Allyance Network?

Mikkel Robrahn: Also Prozente selbst kenne ich auch nicht. PietSmiet waren vorher schon ein wichtiger Partner und sie werden dadurch natürlich noch viel wichtiger. Ich würde das Netzwerk aber ungern auf PietSmiet herunterbrechen. Sie sind einfach ein wichtiger Teil davon und das haben unsere Partner auch auf der Gamescom mitbekommen. Wir hatten unseren eigenen Lounge-Bereich und da waren sie nicht nur für ihre Fans immer ansprechbar, sondern auch für unsere Partner, egal wie groß die sind. Allyance ist PietSmiet. Allyance ist aber auch genauso ein Dhalocard, MrMoregame - also jeder andere Partner.

Broadmark: Außer PietSmiet habt ihr auch noch mehr als 260 weitere Partner. Was bietet das Allyance Network denn seinen Partnern und wie unterstützt ihr diese?

Mikkel Robrahn: Das geht natürlich mit den grundlegenden Sachen los, die jedem Gaming-Kanal wichtig sind und das sind die Lizenzen. Wir haben dank unserer langen Vergangenheit  als Gamestar die allerbesten Kontakte in die Branche und wenn es irgendwo Probleme gibt, können wir sofort aushelfen und mit den Publishern in Kontakt treten. Wir können unsere Partner aber auch mit Spielen bemustern, haben Kontakt zu Hardwareherstellern und veranstalten regelmäßig Netzwerktreffen in Deutschland.

Wir wollen eben nicht nur ein Netzwerk sein, sondern vor allem unsere Partner vernetzen, denn das ist eben der größte Nutzen, den ein Netzwerk bieten kann. Es ist uns deswegen sehr wichtig, dass wir diese Kontakte, die zwar schon über Skype bestehen, auch in das echte Leben holen, weshalb wir regelmäßig Real-Life Treffen mit Workshops veranstalten werden. Zurzeit ist angepeilt, so ein Netzwerktreffen alle drei Monate in Deutschland zu veranstalten, also nicht nur in Köln, wo gefühlt 50 Prozent unserer Partner sitzen, sondern auch mal in München, Berlin, vielleicht in Hamburg.

Ein weiterer interessanter Faktor sind denke ich unsere Verträge: Wir möchten nicht, dass ein Partner sich für zwei Jahre an uns bindet. Zwei Jahre sind im Internet eine verdammt lange Zeit, in der viel passieren kann. Anstatt die Partner mit solchen unmöglichen Verträgen einfach an uns zu fesseln, versuchen wir sie mit guter Arbeit zu überzeugen, bei uns zu bleiben. Und das klappt in der Tat auch sehr gut.

Broadmark: Bislang ist das Allyance Network ein reines Gamingnetzwerk. Soll das denn so bleiben oder möchtet ihr euch auch in neue Bereiche wagen?

Mikkel Robrahn: Allyance wird immer Gaming bleiben. Das haben wir auch ganz klar gesagt. Wir alle kommen selber aus der Gamingbranche, ich war früher selber Spieleredakteur und mein Chef hat früher bei Giga moderiert. Dementsprechend sind wir alle selbst Spielebegeisterte und das wollen wir auch so beibehalten. Ich glaube Schminken wäre jetzt auch nicht so unsere Stärke, den Kanälen könnten wir wahrscheinlich nicht viel weiterhelfen. Von Games haben wir Ahnung, da stecken wir im Thema und deswegen wird Allyance auch Gaming bleiben.

Broadmark: Was plant das Allyance Network denn ansonsten für die Zukunft?

Mikkel Robrahn: Ich hatte das mit den Netzwerktreffen schon angerissen. Es wird aber auch einiges an Ingame-Events geben, wo wir unsere Partner weiter vernetzen wollen, indem größere Partner auch mal mit kleineren Partnern zusammenspielen. Das ist bei uns zum Glück recht unproblematisch, denn wie gesagt, die Begeisterung für das gleiche Hobby ist da und das ist eben eine coole Schnittstelle. Das braucht nur ab und zu mal einen Anstupser, wie zum Beispiel durch so ein Event.

Broadmark: Abseits der normalen Netzwerktätigkeiten war das Allyance Network auch auf der Gamescom mit der „Let’s Play meets Gamescom“ Bühne vertreten. Wie zufrieden seid ihr mit dem Erfolg dieser Bühne?

Mikkel Robrahn: Wir sind absolut zufrieden. Innerhalb der fünf Tage haben mehr als 170 000 Leute unseren Livestream geschaut. Das sind Zahlen, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet hätten. Auch das Feedback unserer Partner war überwältigend. Die waren alle begeistert.

Wir hatten zum einen unsere Bühne, wo unsere Partner und auch, das war uns wichtig, Kanäle, die nicht bei uns im Netzwerk sind aufgetreten sind und mit ihren Fans in Kontakt treten konnten. Und zum anderen hatten wir ja auch unseren Lounge-Bereich, wo die Youtuber sich eben hinsetzen und in Ruhe eine Suppe essen konnten, was auf der Gamescom nicht ganz so einfach ist. Da konnten sie dann miteinander in Kontakt treten, was unsere Partner sehr zu schätzen wissen. Von daher freue ich mich schon auf das nächste Jahr.

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Broadmark: Wie wichtig ist es denn für das Allyance Network, auch auf solchen Events wie der Gamescom oder den VideoDays, wo eure Partner ihre Community treffen können oder auch wo sich die Partner untereinander treffen können, präsent zu sein?

Mikkel Robrahn: Sehr wichtig. Gerade die Gamescom ist für uns die Messe überhaupt, auf der IDG schon seit Jahren vertreten ist. Jetzt hatten wir auch schon zum zweiten Mal unsere “Let’s Play meets Gamescom” Bühne, sodass die Gamescom für uns mit der wichtigste Termin im Jahr ist.

Über die VideoDays kann man mit Sicherheit auch mal nachdenken, besonders wenn sie jetzt auch in Berlin stattfinden sollen. Problem ist für uns natürlich immer, dass die VideoDays parallel zu der Gamescom stattfinden, denn 99 Prozent unserer Partner sind nur auf der Gamescom, sodass es für uns somit wenig Sinn macht, Präsenz auf den VideoDays zu zeigen. Man muss nun mal schauen, ob sich das in Zukunft ergibt, dass die beiden Events zu verschiedenen Terminen stattfinden. Dann werden die VideoDays auch für uns ein Thema werden. Vorerst ist für uns aber erstmal die Gamescom angesagt.

Broadmark: Zum Abschluss noch eine Frage an dich. Du bist Youtube Network Manager beim Allyance Network. Was sind denn da konkret deine Aufgaben?

Mikkel Robrahn: Mittlerweile mache ich sehr viel bei uns. In erster Linie kann man sagen, dass ich der klassische Partnermanager bin. Das heißt, ich bin den ganzen Tag in Skype online, wo sich dann jederzeit unsere Partner melden können, wenn es irgendwo Probleme gibt, beispielsweise weil sie einen Strike bekommen haben oder weil sie wissen wollen, ob sie Spiel XY schon let’s playen dürfen. Ich kümmere mich aber auch um Facebook und Twitter, koordiniere viele Projekte und Events und betreibe Akquise von neuen Partnern. Ich bin also auch Ansprechpartner für Leute, die Interesse haben zu Allyance zu kommen.

Der Job wird eigentlich von Tag zu Tag vielseitiger. Gerade durch die Neuausrichtung sind noch ein paar neue Ebenen hinzugekommen und das macht es sehr spannend.

Broadmark: Vielen Dank für das Interview. 

Beitragsbild: Lukas Menzel (Broadmark auf Flickr)