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Hass auf YouTube

Inspiriert von einer Kolumne eines anderen Magazins, habe ich mich mit dem Thema Hass auf YouTube auseinandergesetzt.

In der Oktober-Ausgabe des Intro Magazins äußert sich ein Redakteur in einer Kolumne zum Thema Kommentare auf YouTube. Obwohl das Intro Magazin eine Musikzeitschrift ist, die sich nur nebenbei mit webvideorelevanten Themen beschäftigt, habe ich mich von dieser Kolumne inspirieren lassen und einen Denkanstoß erhalten. Der Redakteur bemängelt in seiner Kolumne, dass Hasskommentare immer wieder den Weg auf die Videoplattform finden und dort auch billigend von YouTube in Kauf genommen werden.

Als Beispiel bezieht er sich auf das Musikvideo des Songs „Der Tag wird kommen“ von Marcus Wiebusch, in welchem der deutsche Sänger Homophobie im Fußball anklagt und sich klar gegen die Ausgrenzung von Homosexuellen ausspricht. Unter diesem Video, was natürlich mit einem derartigen Thema polarisiert, las man zahlreiche Kommentare, die sich fernab der Meinungsfreiheit befanden. Mittlerweile sind diese glücklicherweise größtenteils nicht mehr direkt unter dem Video zu finden, da viele Fußballvereine und Fans des Sängers positive Kommentare zum Song und zur Message posteten und diese „hochgeliked“ wurden.

Dennoch ist es viel zu oft noch so, dass sich Hasskommentare größter Beliebtheit erfreuen. Und YouTube akzeptiert dies einfach, Löschungen gibt es kaum. Der Ort, an dem die Meinungsfreiheit ihre Grenzen sprengt, der Punkt, an dem die Internetanonymität einmal mehr siegt, genau zu diesem Ort ist die größte Videoplattform der Welt inzwischen geworden. Natürlich gibt es im gesamten Internet auffällig viele Hasskommentare, da sich natürlich alle Nutzer in die Anonymität flüchten können, doch gerade YouTube, welches ein Vorreiter für soziale Vernetzung und durch die gemeinsame Begeisterung vieler für dieselben Inhalte erst funktioniert, sollte sein Image dringend aufpolieren. Stattdessen bemüht man sich Tag für Tag, Monat für Monat jede Chance, in der man sich gegen Rassismus, Beleidigungen oder Homophobie hätte starkmachen können, zu verpassen und das Internet einfach einen Raum ohne Ordnung oder Kontrollen sein zu lassen. Denn wer seine Internetpräsenz auch Kindern anbietet und dann auch noch besonders auf dieses Publikum zugeschnitten ist, der sollte auch ein kinderfreundliches Klima anbieten.

Neben „Der Tag wird kommen“ sind auch besonders Videos aus der Rap- und Hiphopszene mit zahlreichen Hasskommentaren versehen. Oft beginnt sogar eine zunächst sachliche Diskussion unter den Kommentierenden, die aber innerhalb kürzester Zeit ins Persönliche rutscht und nur noch aus gegenseitigen Beleidigungen besteht.
Zugegeben, das ganze Thema ist nichts wirklich Neues, aber gerade, da sich in diesem Bereich immer noch nichts tut und YouTube Hasskommentare einfach auf der Plattform duldet, muss hier dringend Etwas passieren.

Beitragsbild von sylvar (CC by 2.0)




  • MK90

    Youtube ähnelt das sehr Facebook. Die Seite Mimimikama auf Facebook berichtet da praktisch täglich über Fakes aber auch Posts, die eindeutig gegen die Richtlinien auf FB verstossen. Wenn man das meldet, bekommt man dann nur die Standartantwort, dass das nicht gegen die Richtlinien verstösst. Warscheinlich ist das bei YT genau so.