Frauen und Gaming

Frauen und Gaming: Immer noch eine Randgruppe?

“Zocken ist doch nur was für Kerle”, scheint sowohl früher als auch heute noch die Kernaussage zum Thema „Frauen und Gaming“ zu sein. Doch warum ist das so und inwiefern verändert sich diese Aussage allmählich?

Das Schubladendenken

In vielen Köpfen herrscht immer noch Schubladendenken. Männer interessieren sich für Videospiele und Autos, Frauen hingegen lieben Schminke und Klamotten. Ja, auch im Jahr 2017 gibt es immer noch Menschen, die so denken. Dabei begeistern sich auch immer mehr Mädchen beziehungsweise Frauen für Gaming und verbringen viele Stunden ihrer Freizeit mit Computerspielen. Oftmals kriegen diese dann Sätze zu hören wie: “Wow, ein Mädchen das zockt”, oder auch, “Für eine Frau spielst du gar nicht schlecht”. Das Thema Frauen und Gaming ist auf jeden Fall stark von Klischees behaftet. Dazu jedoch mehr in unserer kommenden Artikelreihe.

Woher kommt dieses Schubladendenken und wie wandelt es sich?

Schon in der primären und sekundären Prägephase wird es den Kindern vorgelebt. Die Jungs haben sich in den Pausen über Videospiele oder Autos zu unterhalten und Mädchen eben über Schminke und Klamotten. Das war “normal”. Zudem waren in früheren Videospielen die Helden meist männlich und es galt, die hübsche Prinzessin zu retten, wie zum Beispiel bei Mario oder auch Zelda. Auch heute sind in vielen Spielen die Protagonisten meist männlich. Ein langsamer Wandel ist allerdings zu bemerken. Bei Assassin’s Creed Syndicate zum Beispiel, wurde – nachdem kritische Stimmen laut wurden – auch endlich eine weibliche Figur eingeführt. So gibt es jetzt in den meisten Spielen die Wahl zwischen männlichen und weiblichen Hauptcharakteren oder es ist von vornherein ein Wechsel zwischen den Figuren in der Story eingeplant. Die Helden in den heutigen Spielen sind nun nicht mehr zwingend männlich, und das ist gut so.

Lara Croft als Vorreiterin der weiblichen Videospiel-Heldinnen

Die wohl bekannteste, durchaus eine der ersten und somit auch die wohl bedeutendste Figur im Spiele-Universum der Frau, war Lara Croft. Zu Beginn war sie für viele nur interessant und ein Gesprächsthema aufgrund ihrer äußeren Erscheinung, doch über die Zeit hat sie sich zu einer Ikone entwickelt. Durch sie wurden auf einmal viele Mädchen beziehungsweise Frauen auf Videospiele aufmerksam und begannen sich mit dem Thema Gaming näher auseinander zu setzen. Bis heute ist sie auch die mit am häufigsten gecosplayte weibliche Videospielheldin.

Mit der Modernisierung kommt auch das Umdenken

Im Gegensatz zu früher, beginnen einige Klischees und das Schubladendenken sich aufzulösen. Eine vom Gaming begeisterte Frau ist kein Einzelfall mehr, denn wie schon oben erwähnt, gibt es immer mehr Frauen, die sich für Videospiele interessieren. Gerade auch Mobile-Games auf Smartphones locken immer mehr Frauen durch extra auf sie abgestimmte Spielideen. Der Ansatz ist somit vorhanden.

Frauen und Gaming in der Webvideo-Branche

Bei der Masse an Gaming-Channels auf YouTube fällt eines auf: Frauen sind in deutlicher Unterzahl! Die großen Minecraft-Projekte sind zum großen Teil rein männlich besetzt. Eine der ersten Ausnahmen war VARO 4 mit einer Frau bei 64 YouTubern und Streamern. Dabei gibt es Let’s Playerinnen nicht erst seit gestern. Honeyball, Pandorya und Trashtazmani sind schon seit mehreren Jahren auf YouTube im Bereich Gaming vertreten. Doch auch diese drei scheinen manchmal in der schieren Masse an Kanälen völlig unterzugehen und das, obwohl sie ihren männlichen Kollegen qualitativ in nichts nachstehen.

In den kommenden Artikeln beschäftigen wir uns mit weiteren Klischees, mit denen Frauen im Gaming-Bereich konfrontiert werden, haben einige spannende Interviews geführt und freuen uns, auch unsere eigenen Erfahrungen mit euch zu teilen.

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