Zu der Ankündigung von YouTube Red haben wir uns in der Webvideobranche umgehört und einige Unternehmen und Creator gefragt, was diese zu dem neuen Abo-Dienst sagen. 
Mit YouTube Red hat das zu Alphabet zugehörige Unternehmen nicht nur einen Dienst, sondern auch ein neues Geschäftsmodell eingeführt. Unabhängig von der Werbung sollen die Creator hierbei mit 55 Prozent an den Nettoeinnahmen von YouTube Red beteiligt werden, abhängig von der Watch-Time. Damit besteht für Creator eine neue Möglichkeit auf YouTube Geld zu verdienen. Zudem hat YouTube auch angekündigt, selber Original-Serien und Filme zu finanzieren und zu produzieren und arbeitet hierbei bereits mit einigen Top-Creatorn und Webvideounternehmen zusammen. Somit ergeben sich auch hier neue Möglichkeiten für Webvideoproduzenten und die Branche.

Das sagen MrTrashpack, Dner und PietSmiet

Wir haben deshalb nach der Ankündigung von YouTube Red die Webvideobranche und einige Creator gefragt, was sie von YouTubes neuem Abo-Modell YouTube Red halten. „Ich bin gespannt, wie das bei den Nutzern angenommen wird. Besonders spannend wird 2016, wenn die ersten Original Series und Shows starten sollen.„, so MrTrashpack. Er sei dennoch ein wenig skeptisch, insbesondere in Bezug auf eine Einführung des Abo-Modells in Deutschland: „Problematisch sehe ich aber die 10 Euro, die YouTube Red kosten soll, nur um werbefrei und offline Videos schauen zu können. Ich weiß nicht, ob die deutschen Nutzer dafür bereit sind und das annehmen würden.“ Für sich selbst erhoffe er sich in erster Linie eine Steigerung der Einnahmen: „Es wäre es schön, wenn die Werbeeinnahmen dadurch wirklich steigen würde, um neue und geile Projekte realisieren zu können. Wobei, spricht man dann eigentlich noch von Werbeeinnahmen?
Auch der auf YouTube tätige Musiker EES erhofft sich eine bessere Unterstützung durch den neuen Dienst: „Ich bin mir sicher, dass der Großteil meiner Fans mich mit diesen Abo-Dienst unterstützen wird. Durch diese Sicherheit der Zuschauer kann man als kreative Person auch besser Projekte planen. Auch wird der Musikstreamingdienst von YouTube Red mich als Musiker mit viel mehr neuen potenziellen Zuhörern verbinden.
Ebenfalls positiv gestimmt ist Dner, wie er in seinem Vlog sagt: „Ich finde, dass YouTube Red eine echt coole Sache ist, denn ich kann es sehr gut verstehen, wenn man die Werbung nervig findet.“ Dazu ergänzt er: „Ich bin gespannt, wie das angenommen wird und würde es selber mal ausprobieren. Aber ich glaube, das wird eh noch ewig dauern, bis das nach Deutschland kommt.
Piet von PietSmiet hat sogar extra zu der Ankündigung von YouTube Red ein Video gemacht. In diesem erklärt er: „YouTube Red steckt mit Sicherheit noch in den Kinderschuhen und wir werden alle beobachten, wie das in Amerika funktioniert. Erstmal finde ich es aber ganz gut, dass es jetzt eine alternative Möglichkeit zu der Werbung gibt.“ Zu der Ankündigung, dass YouTube auch exklusive Inhalte für YouTube Red produzieren wird, sagt er: „Ich glaube nicht, dass es da jetzt eine große Bewegung von YouTubern geben wird, die nur noch Inhalte hinter einer Bezahlwand machen werden. Ich hoffe, dass YouTube sich da auf Dinge konzentriert, die durch Werbeeinnahmen nicht finanzierbar sein werden.“ Insgesamt bilanziert er: „Das sind alles Features, wo man sich durchaus überlegen könnte, ob das nicht 10 US-Dollar im Monat wert ist. Und wer nein sagt, bekommt quasi das Free-YouTube.

Die Jungs von The Simple Club sehen in YouTube Red zum einen einen Vorteil für ihre Zuschauer, sind aber zum anderen auch ein wenig skeptisch: „Gerade weil wir mit Online-Nachhilfe immer schneller wachsen, würde Red unseren Zuschauern die Chance bieten, frustfreier an ihre Lerninhalte zu kommen. Da unser hoher Anspruch an Professionalität aber von unserer Seite finanziell abgesichert sein muss, muss sich erstmal zeigen, ob das Subscription-Modell uns wirklich einen Vorteil bietet oder uns vielleicht eher zurückwirft. Wir schauen uns das auf jeden Fall mal an, wenn das nach Deutschland kommt.“ Die Let’s Playerin HoneyballLP sieht dem Ganzen gelassen entgegen, getreu dem Motto „Abwarten und Tee trinken“: „Lassen wir die USA das testen. Wenn das Modell Community und YouTubern schadet, verschwindet es schneller wieder als man gucken kann.

Das sagen die Webvideounternehmen

Doch nicht nur für die Creator spielt YouTube Red eine Rolle, sondern auch für Webvideounternehmen wie die MCNs ist YouTube Red ein interessanter, neuer Service. So zeigt sich Lukas Schneider, Manager Network Development bei Endemol beyond, erfreut über den Dienst: „Wir sind sehr gespannt, welche Auswirkungen ein kostenpflichtiges Abomodell auf die Entwicklung der Webvideobranche haben wird. Als Produzent freuen wir uns, dass YouTube im Zuge dessen erneut in hochwertigen Content von innovativen Creatorn investiert.“ Auch Michael Frenzel, Head of Communications bei Mediakraft, begrüßt die Ankündigung von YouTube Red: „Mediakraft begrüßt die Initiative von Google, neue Erlösquellen zur Finanzierung von hochwertigem exklusiven Online-Video-Content zu entwickeln.
Somit ist die Grundstimmung gegenüber YouTube Red erst einmal positiv, auch wenn es den einen oder anderen Zweifel gibt, inwiefern das Abo-Modell auch den Creatorn nützt und dieses angenommen wird. Passend dazu möchten wir nun von euch wissen:

Beitragsbild von YouTube