Charity auf YouTube und Twitch

Charity in der Webvideo-Branche: Wie sich Creator für den guten Zweck engagieren

Projekte und Kampagnen für den wohltätigen Zweck sind auf YouTube, Twitch und Co. noch eine Ausnahme. Langsam nehmen Spenden-Livestreams auf Twitch, wohltätige Kampagnen mit Webvideomachern und andere Charity-Projekte im Webvideobereich jedoch an Relevanz zu – denn erste Projekte zeigen bereits erfolgreich, wie mit Webvideos für den guten Zweck geworben werden kann.

YouTube weist ein weites Spektrum an Inhalten auf. Von Gaming bis Beauty über Nischen ist alles vertreten. Doch wie passen Charity-Aktionen da rein? Sind diese ein Genre für sich oder doch nur eine Erweiterung bestehender Inhalte? Der nicht alltägliche Content scheint in der Webvideo-Welt noch nicht gänzlich angekommen zu sein. Anscheinend etabliert es sich gerade in den letzten Monaten immer mehr, was an der Anzahl von Kampagnen und Projekten auf YouTube im Vergleich zu früher festzumachen ist. Dabei haben bekannte Beispiele wie #SaveSelous oder auch PETA gegen Pelz gezeigt, dass solche Kampagnen durchaus funktionieren können und am Ende ein sichtbarer Erfolg daraus für die wohltätigen Organisationen resultiert. Auch Spenden-Livestreams auf Twitch zeigen immer wieder, dass die Zuschauer bereit sind, sich mit wohltätigen Organisationen und dem Thema Charity auseinander zu setzen, wenn sie direkt damit konfrontiert sind. Wir möchten euch daher in diesem Artikel das Thema Charity in der Webvideobranche näher bringen und einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen geben.

Spenden-Livestreams auf Twitch

Viele Creator nutzen Twitch als Unterhaltungsmöglichkeit und für eine stärkere (Ein-)Bindung der Zuschauer. Dabei wird das Potenzial der Plattform und die Reichweite der Creator meist unterschätzt. Friendly Fire und Loot für die Welt haben vorgemacht, dass es auch möglich ist die Plattform und die Reichweite der Creator für den guten Zweck zu nutzen – in Form von Spenden-Livestreams. Die Spenden-Funktion ermöglicht es Zuschauern Geld zum Beispiel über PayPal, Paysafecard oder auch Kreditkarte zu spenden, welches dann wohltätigen Organisationen zugutekommen kann. Meist kommt bei Charity-Streams auf diese Summe noch der Verkauf von Merchandise sowie Einnahmen über Sponsoren obendrauf. Beim Spenden-Livestream Friendly Fire 2 im Dezember 2016 kamen so insgesamt circa 300 000 Euro und beim letzten Loot für die Welt über 170 000 Euro Spendengelder zusammen. Das sind Summen, mit denen wohl vorher niemand so gerechnet hatte. Peter von Pietsmiet sagte dazu: „Beide Spendensummen waren vollkommen überwältigend. Ich erinnere mich noch, wie wir vor dem ersten Friendly Fire untereinander von 30 000 Euro gespinnt haben, nach dem Motto „werden wir nie erreichen, wäre aber richtig geil. Und dann sind es 100 000 Euro geworden, unglaublich. Und beim zweiten Mal haben die Zuschauer direkt von Anfang an aufs Gaspedal gedrückt, wir kamen überhaupt nicht mit den Spendenzielen hinterher. Irgendwann waren die Summen nur noch abstrakte Zahlen und alles eine Art Rausch. Ich könnte nicht dankbarer sein gegenüber den Spenderinnen und Spendern.

Svenja Bhatty, vertretungsberechtigter Vorstand von Gaming Aid, an die die Spenden bei Friendly Fire 1 gingen, ist immer noch vom Erfolg überwältigt und erklärt gegenüber Broadmark: „Durch Friendly Fire waren wir in der Lage, viel mehr Projekte umzusetzen, als wir es uns erhofft hatten. Wir konnten zwei Teenagern helfen, deren Väter leider viel zu früh verstarben. Zudem haben wir ein großartiges Projekt in der Krebsforschung unterstützen können. Es gab 2016 leider noch zwei weitere Todesfälle innerhalb junger Familien in der Gamesbranche und auch dort konnten wir ein Netz bieten. […] Darüber hinaus hat auch Gaming-Aid e.V. an Bekanntheitsgrad gewonnen, was zum Beispiel in einer wachsenden Mitgliederzahl resultierte.“ Daran sieht man, wie wichtig wohltätige Aktionen wie Friendly Fire oder Loot für die Welt sein können.

Auf die Frage, wie sie es beurteilt, dass nun immer mehr Webvideo-Creator und weitere bekannte Persönlichkeiten aus dem Netz sich für den guten Zweck einsetzen, antwortet sie: „Wir finden es ganz toll,  dass sich nun mehr Personen ein Beispiel daran nehmen, sich für den guten Zweck einzusetzen. So können wir Stück für Stück die Welt ein wenig besser machen.

Die Friendly-Fire-Teilnehmer 2016 – Bildquelle: Andreas „eosAndy“ Krupa

Auch kleinere Projekte können großes bewirken

Doch nicht nur die großen Streamer zeigen, was mit Spenden-Livestreams alles für den guten Zweck erreicht werden kann. Auch kleinere Streamer beweisen, dass sie mit den “Großen” durchaus mithalten können. Das Projekt Streaming with Heart zeigte zum Beispiel, dass durch den Zusammenschluss mehrerer – im Vergleich zu den Beteiligten von Friendly Fire und Loot für die Welt – unbekannterer und reichweitenschwächerer Streamer Großes bewirkt werden kann. So kamen am Ende über 15 000 Euro für die deutsche Krebshilfe zusammen. Der YouTuber und Streamer CoRRoNa zeigte sich gegenüber Broadmark erfreut über den Erfolg des Projektes: „Ich hatte schon erwartet, dass da einiges zusammen kommt und auch viele Teilnehmer selbst den ein oder anderen Betrag spenden werden. Und ich denke, dass gerade bei solchen Events auch vermehrt Leute bereit sind wohltätige Zwecke zu unterstützen. Das ist ein perfektes Zusammenspiel aus “Etwas gutes tun”, mit seinem Lieblingsstreamer zu interagieren, etwas Aufmerksamkeit bekommen und das Gefühl an einer tollen Sache mitgewirkt zu haben. Und wenn man sich das alles vor Augen hält, finde ich die 15 000 Euro gar nicht mehr so überraschend.“ Sie zeigen dass es keine Millionen-Zahl an Abonnenten benötigt, um Gutes zu tun.

Bildquelle: Streaming with heart

Doch auch als Einzelperson kann man sich durchaus erfolgreich für den guten Zweck einsetzen. So hat der Streamer und YouTuber NiksDa bereits am 26. September 2015 seinen eigenen 24-Stunden-Spenden-Livestream für die Initiative Togo Action Plus e.V. veranstaltet. Dabei kamen insgesamt 6 000 Euro Spendengelder zusammen und das, obwohl er damals erst circa 26 000 Abonnenten hatte, im Gegensatz zu seinen heutigen 116 000 Abonnenten. Eine Ausrede wie: “Ich bin nicht relevant genug oder zu klein” zählt also nicht.

Im Broadmark-Interview mit NiksDa beschreibt er seine Motivation für den 24-Stunden-Spenden-Livestream: „Der ursprüngliche Anlass zu einem 24-Stunden-Stream ist zu Zeiten entstanden, als ich erst 50 Zuschauer hatte. […] Dann ist der Stream leider ausgefallen und wurde immer wieder aufgeschoben und als ich mich dann dazu entschieden habe, das im September zu machen, war die Flüchtlingsthematik so aktuell, dass ich mir dachte, es wäre ganz cool dafür zu sammeln. […] Ich bin der Meinung, dass man seine Reichweite sinnvoll nutzen kann und auch wenn sie bei mir jetzt noch nicht so groß ist, wie bei anderen YouTubern oder Twitch-Streamern, erreicht man trotzdem Leute […].

Zudem gibt es noch viele weitere Creator, die als gute Vorbilder vorangehen. Rewinside veranstaltete ebenfalls einen 24-Stunden-Livestream für den guten Zweck. Sturmwaffel organisierte im Dezember 2015 einen Stream-Adventskalender, währenddessen sämtliche neue Twitch-Abonnements in Höhe von jeweils 4,99 US-Dollar für den guten Zweck gespendet wurden und er auch selbst für wohltätige Zwecke spendete. Im November gibt es zudem jedes Jahr die Aktion „No shave November“, die international regelmäßig von vielen bekannten Persönlichkeiten unterstützt wird. 2016 beteiligten sich auch viele deutsche Streamer wie zum Beispiel NiksDa oder auch Staiy an der Aktion, um damit auf die Krankheit Prostatakrebs aufmerksam zu machen. Bei Gronkh gehen außerdem regelmäßig Donations an wohltätige Organisationen. Dabei ist es ihm wichtig das Ganze transparent zu halten und zu kennzeichnen, wann das Geld gespendet wird und wann nicht. International bekannt sind die jeweils einmal jährlich stattfindenden Streams Awesome Games Done Quick und Summer Games Done Quick, die in bisher 15 Events über zehn Millionen US-Dollar einsammelten. Diese Beispiele zeigen, dass im Prinzip jeder etwas bewirken kann, von klein bis groß.

Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt

Doch nicht immer läuft alles so glatt, wie es in den Livestreams scheint. Zum einen erfordern Spenden-Livestreams wie Friendly Fire oder auch Loot für die Welt im Vorfeld eine aufwendige und vor allem professionelle Planung. Das nehmen die Verantwortlichen zwar für das Ergebnis gerne in Kauf, jedoch wird von den Zuschauern oft unterschätzt, was für ein Aufwand hinter solchen Projekten steckt. Zudem gibt es bei solchen Livestreams immer wieder Kritiker, die trotz einer transparenten Kommunikation nicht glauben können, dass das gesammelte Geld für den guten Zweck bestimmt ist. Meist wird deshalb auch die Übergabe der Spende schriftlich oder auf Bild/Video festgehalten.

Auch gibt es immer wieder Kommentare wie: “Ihr wollt doch nur euer Image aufbessern”. Das mag bei manchen Streamern zwar auch ein Grund sein, jedoch dürfte der primäre Grund in der Regel dann doch eher der gute Zweck sein. Solange diese Aktionen am Ende für etwas Positives gut sind, wird die Intention zwar nicht egal, aber sie rückt in den Hintergrund. In einem Fazit zu Loot für die Welt 3 hatte LeFloid jedoch auch durchblicken lassen, dass nicht immer alles Gold ist, was glänzt. So wurden zum Beispiel mehrere hundert Euro an Spenden im Nachhinein wieder zurückgezogen. Ein Phänome, das man nicht wirklich verhindern kann.

Projekte auf YouTube

Doch nicht nur auf Twitch wird durch Spenden-Livestreams oder Aktionen etwas für den guten Zweck getan. Auch auf YouTube gibt es Kampagnen und Projekte, welche Hilfsorganisationen zu Gute kommen. Der WWF als wohltätige Organisation hat und hatte schon einige Projekte in Zusammenarbeit mit Influencern auf YouTube. Letzten September reisten Kelly MissesVlog und Jodie Calussi zusammen mit dem WWF nach Selous. Dabei ging es darum den Selous, ein Weltnaturerbe in Afrika zu retten. Die Videos waren informierend über die Probleme von Selous durch verschiedene Industrialisierungen und zeigten immer wieder die Schönheit des Weltnaturerbes, und weshalb es niemals zu dessen Zerstörung kommen darf. In der Beschreibung konnten die Zuschauer eine Petition zum Schutz des Selous unterzeichnen. Wie am 22. Mai 2017 bekannt wurde, wurden im Selous alle Minen-Projekte gestoppt, unter anderem aufgrund dieser Petition, ein Erfolg für die YouTube-Kampagne. Melanie Goemmel, Social Media Managerin beim WWF, erklärt hierzu gegenüber Broadmark: „Es ist unsere Aufgabe, schon früh das Umweltbewusstsein der Jugend zu schärfen und das Thema Nachhaltigkeit bei der jungen Generation anschlussfähig zu machen. Wer die Jugend hat, hat die Zukunft – deshalb haben wir zu unseren letzten beiden Kampagnen #vivaamazonia und #saveselous jeweils mit zwei bekannten YouTubern zusammengearbeitet, die genau diese junge Zielgruppe ansprechen (Simon Unge, DeChangeman, MissesVlog und Jodie Calussi) […].“

Kelly MissesVlog und Jodie Calussi mit dem WWF in Afrika – Bildquelle: Melanie Goemmel

Auch die Nachhaltigkeit bei der Zusammenarbeit mit den YouTubern ist dem WWF wichtig, wie Melanie Goemmel erläutert: „Ja! Unsere #SaveSelous-Kampagne ist zum Beispiel  für den Webvideopreis und den deutschen Preis für Online-Kommunikation nominiert – das ist natürlich  ein toller Nebeneffekt und hilft uns, dass die Kampagne auch jetzt noch präsent ist. Und wir haben langfristig eine neue Zielgruppe für Natur- und Umweltschutz gewinnen können.

Es gibt allerdings auch Creator, die sich nicht auf ein Projekt in Zusammenarbeit mit einer Organisation festlegen, sondern sich immer wieder für verschiedene wohltätige Organisationen einsetzen. Schon lange zählt FloVloggt zu einem der engagiertesten Creator Deutschlands, was wohltätige Projekte angeht. Schon in vielen Projekten, unter anderem zusammen mit der Welthungerhilfe, setzte er sich für den guten Zweck ein. Zuletzt erschien ein weiteres Video mit dem Titel “Bye Bye Regenwald”, in dem er sich für Kambodscha und gegen die Abholzung des Regenwaldes einsetzt. Die Videos machen auf die jeweiligen Probleme und Missstände der Gebiete, in denen er die Kampagnen und Projekte dreht, aufmerksam. Oft stehen in den Kommentaren Fragen zum Thema oder es wird auch intensiv über die Hintergründe und Inhalte der jeweiligen Kampagnen diskutiert.

Bildquelle: FloVloggt

Doch es gibt noch weitere Creator, die sich immer wieder für verschiedene Projekte oder Kampagnen einsetzen. Wenn man zum Beispiel an Tierschutz auf YouTube denkt, kommt man um Barbierella nicht herum. Schon vor langer Zeit begann sie auf YouTube auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Die wohl größte Kampagne in Zusammenarbeit mit weiteren Creatorn und der PETA ist die Aktion gegen Pelz. Hierbei wurde darauf aufmerksam gemacht, dass immer noch viele Tiere getötet werden, nur um aus dem Fell Pelz zu machen. Barbierella startete zudem eine Videoreihe auf YouTube, bei der sie den Tiernotruf auf seinen Einsätzen begleitete und im Verlauf seit Juli 2016 mit dem Tiernotruf zusammen ein eingetragener Verein ist. Sie zeigt, dass bei vollem Einsatz, man die Zuschauer ebenso dafür begeistern kann oder zumindest zum Nachdenken anregt.

Bildquelle: Barbierella

Abseits der ganzen Projekte gibt es nun erstmals einen Digital-Botschafter von Aktion Deutschland Hilft: Erik Range alias Gronkh. Viele Organisationen scheinen damit zu erkennen, dass der Webvideomarkt wichtig und relevant ist, um gerade die jüngere Zielgruppe anzusprechen.

Was ist wichtig für den Erfolg solcher Projekte auf YouTube?

Doch was braucht man um solche Projekte oder Kampagnen auf YouTube auch wirklich erfolgreich umsetzen zu können? Kampagnen und Projekte auf YouTube für den guten Zweck sind immer noch keine alltäglichen Inhalte. Für viele Zuschauer sind die Videos noch „Neuland“, was oft darin resultiert, dass die Aufrufe und Resonanz unter durchschnittlichen Aufrufzahlen der anderen Videos bleiben. Das zeigten zum Beispiel die #SaveSelous Videos von Kelly MissesVlog. Diese erhielten im Durchschnitt 150 000 Aufrufe, während andere Vlogs zuvor 300 000 bis hin zu 500 000 Views generierten. Daher ist es umso wichtiger, solche Kampagnen und Projekte weiter zu fördern und transparenter für die Communities zu machen. Desto mehr Creator anfangen sich für den guten Zweck zu engagieren, desto größer wird auch die Beteiligung und Resonanz der Zuschauer. Dabei sollten aber Punkte wie Qualität und Authentizität nicht verloren gehen, denn sie sind der Schlüssel zu interessanten und aufmerksamkeitsstarken Videos.

„Qualität über Quantität“ sollte auch das Motto sein wenn es um Kampagnen und Projekte für den guten Zweck auf YouTube geht. Dabei mal eben schnell etwas hochzuladen ohne sich große Mühe oder Gedanken gemacht zu haben, schadet dem Image des Creators und auch dem der Organisation mehr als dass es wirklich hilft. CoRRoNa sagte Broadmark gegenüber dazu: „Vielleicht sind manche lieber unter sich oder es mangelt ganz einfach an Leuten, die das Ganze mal in die Hand nehmen, um so etwas auf die Beine zustellen. Ideen gibt es sicherlich genug, nur an der Umsetzung scheitert es doch meistens.

Es passt nicht jeder YouTuber zwingend zu jedem Projekt, weshalb sich Organisationen immer gut über das Image des ausgewählten Creators informieren müssen. YouTuber und Streamer BastiGHG meint hierzu: „Wichtig ist hier die Authentizität des Creators, dass man ihm glaubt, dass er sich gerne für den guten Zweck einsetzt und ihm das wichtig ist. Nichtsdestotrotz gibt es sicherlich Influencer mit schwärzerem Humor, die aber eine riesige Followerzahl haben, dass man auch mal über den einen oder anderen Spruch hinwegsehen sollte, wenn man etwas erreichen will. Man muss da als Organisation vermutlich einen guten Mittelweg finden, wen man engagiert.

Aus Sicht einer wohltätigen Organisation erklärt Melanie Goemmel vom WFF die Auswahl eines Creators: „Bei einer solchen Zusammenarbeit geht es viel um Vertrauen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, es ernst meinen und unsere Werte teilen. Die Influencer sind außerdem ohne Bezahlung mit uns verreist – das spricht schon für ein großes Commitment. Die Reisen, die wir mit den YouTubern unternommen haben, haben die Influencer/Innen so geprägt, dass sie sich auch weiterhin mit unseren Themen auseinander gesetzt und bei nachfolgenden Marken-Kooperationen ein besonderes Augenmerk auf ökologische Aspekte gelegt haben. Das freut uns natürlich sehr!

Auch die Kommunikation zwischen Organisation und YouTuber spielt eine wichtige Rolle. Beide Parteien müssen sich einig sein, was sie am Ende erreichen wollen und wie sie das Projekt gemeinsam gut umsetzen können, damit es am Ende auch positiv für alle Beteiligten und auch für die Community ausgeht. Svenja Bhatty von Gaming Aid sagte hierzu im direkten Bezug zu Friendly Fire: „Wie bei allen unseren Projekten legen wir einen extrem hohen Wert auf Transparenz. Dazu gehört eine eine offene Kommunikation mit den Beteiligten, die auch hier von beiden Seiten sehr wichtig war und ehrlich geführt wurde.

Doch nicht nur der Creator selbst ist entscheidend, sondern auch dessen Community. Die Zuschauer müssen bereit für solche Projekte sein und gerade da liegt es in der Verantwortung des YouTubers dafür zu sorgen, dass das Thema transparent und informativ genug ist, damit dieses auch in der Community eine Akzeptanz findet und verstanden werden kann. BastiGHG meinte dazu: „Meine Community hat das sehr gut angenommen, ich war wirklich stolz darauf, was wir in den paar Stunden, die ich für das Projekt gestreamt habe, erreichen konnten. Webvideo bietet eine sehr große Reichweite, und ist damit sehr gut geeignet, eine große Masse zu erreichen. Vermutlich ist diese im Durchschnitt eher jung, aber gerade bei eben diesen jungen Menschen schon das Bewusstsein zu schärfen, für gute Zwecke, ist meiner Meinung nach wichtig. Dennoch sollte man sich immer genau informieren, welche Organisation für was einsteht und nicht einfach blind irgendwo spenden beziehungsweise auch sich als Creator beteiligen.

Gerade in den vergangen Monaten sind viele Creator mit positiven Beispiel voran gegangen und haben gezeigt, dass solche Inhalte auf YouTube funktionieren können. Damit ist das Thema Charity im Webvideobereich aber noch lange nicht am Ende. Sowohl Organisationen als auch Webvideomacher werden diese noch junge Branche mit Sicherheit in Zukunft weiter entwickeln und relevanter machen.

Auf die Frage nach weiteren Kooperationen mit YouTubern meint Melanie Goemmel vom WWF: „Wenn wir uns sicher sind, dass dem- oder derjenigen Naturschutz am Herzen liegt: Ja, warum nicht. Wir sind immer an echten und langfristigen Partnerschaften interessiert, wenn wir damit so viele Menschen wie möglich zum Umdenken für den Natur- und Umweltschutz bewegen können.

Die Zukunft wird zeigen, wie es mit solchen Projekten und Kampagnen auf YouTube weiter geht und inwiefern sie weiter ausgebaut werden können. Zudem ist zu sagen, dass drei der Projekte, #SaveSelous, Friendly Fire und Loot für die Welt den Webvideopreis 2017 in der Kategorie Social Campaign gewonnen haben. Insbesondere die nächsten Spenden-Livestreams auf Twitch wie Friendly Fire 3, Loot für die Welt 4 oder andere Streaming-Projekte werden zeigen, wie stark die Langzeitmotivation der Zuschauer aussieht und ob ihre Spendenbereitschaft bestehen bleibt. Denn eine Überschwemmung von Spenden-Livestreams kann auf lange Sicht eine Dämpfung für die Euphorie und Beteiligung der Communities sein, da irgendwann nach unzähligen Spenden bei allen möglichen Charity-Livestreams das Konto auch mal erschöpft sein könnte.

Beitragsbild von Melanie Goemmel, FloVloggt, Streaming with Heart und Barbierella



  • Creeperio LP

    „spendendose“ auf Twitch war in meinen Augen auch ein sehr erfolgreiches Projekt. So konnnten die Streamer im Juni 2016 4.000€ für die Deutsche Krebshilfe sammeln und im Dezember 2016 knapp 28.000 für offroadkids, einer Organisation, die sich für straßenkinder einsetzt. Am 21. Juli startet das dritte Projekt von Spendendose. Dieses mal wird 16 Tage lang für Vier Pfoten gesammelt. Finde es schade, dass solche Projekte auf Grund von zu geringen Reichweite nicht aufgeführt werden. Bei „Streaming with heart“ haben ja auch sehr viele größere Streamer mitgestreamt wie zb Rewinside, vicevice oder venicraft. Spendendose zeigt in meinen Augen, dass es nicht unbedingt Leute als Streamer brauch die viel Reichweite haben. Spendendose zeigt dass man alleine mit dem zusammenhalt von sowohl kleinen streamern als auch mittelgroßen streamern (maximal 10.000 Follower) sehr viel gemeinsam erreichen kann. Dort brauch es keinen Rewinside oder so der da mitstreamt. Finde es wie gesagt schade dass spendendose nicht im Artikel genannt wurde, vorallem weil man merkt das bei Spendendose viel mehr Mühe dahinter steckt.