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YouTube launcht Heroes-Programm und erntet massive Kritik

Mit dem neuen Programm YouTube Heroes bietet die Videoplattform ein neues Moderationstool. Doch dieses sorgte für jede Menge Kritik und hat zu einem regelrechten Shitstorm geführt. 

Die Video-Plattform YouTube arbeitet kontinuierlich an neuen Funktionen und Programmen, um die Plattform zu verbessern und benutzerfreundlicher zu gestalten. Eines ihrer neuesten Programme ist YouTube Heroes, mit dem die Plattform Nutzern ermöglicht, zum Moderator zu werden und Videos sowie Kommentare zu flaggen. Eine Funktion, die jedoch gerade bei den Nutzern für Kritik sorgt, da diese leicht ausgenutzt werden kann.

Was ist YouTube Heroes überhaupt?

YouTube Heroes ist ein Programm bei dem jeder mithelfen kann, YouTube aufzuräumen. Als Hero meldet oder flaggt man Videos, die nicht den YouTube Richtlinien entsprechen, man kann neue Programme und Funktionen schon früher sehen und man kann sich mit anderen Heroes sowie YouTube-Mitarbeitern austauschen. YouTube möchte damit erreichen, dass ihre Richtlinien stärker durchgesetzt werden, da es aufgrund der Masse an Videos und Creatorn kaum noch möglich ist, jedes Video selbst zu prüfen. Die Heroes sollen somit dafür sorgen, dass mehr Verstöße gegen die Richtlinien entdeckt werden.

Auch wenn die Heroes damit ziemlich viel Macht bekommen, können diese Videos jedoch nicht direkt löschen. Sie flaggen oder melden Videos die ihrer Meinung nach nicht den Richtlinien entsprechen. Ein YouTube-Mitarbeiter prüft anschließend ob dies auch tatsächlich der Fall ist. Um sich als Hero zu bewerben, muss man lediglich volljährig sein und ein YouTube-Konto besitzen. Ob es eine Höchstgrenze an Heroes gibt, ist nicht bekannt. Nachdem man eine Einladung erhalten hat, ist man Teil der sogenannten Hero-Community. Diese ist dann in verschiedene Level eingeteilt.

From Zero to Super-Hero

Auf Stufe 1 erhält man Zutritt zur Community und Zugriff auf das Heroes-Dashboard. Ab Stufe 2 besteht die Möglichkeit, exklusive Workshops zu besuchen und man wird ein Teil des Hero-Hangouts. Mit Stufe 3 beginnt dann der eigentliche Sinn des Heroes-Programmes, denn von da an kann man mehrere Videos, die nicht den YouTube-Richtlinien entsprechen, auf einmal flaggen und bekommt die Moderator-Funktion, durch die es möglich ist, unangemessene Kommentare innerhalb der Hero-Community zu entfernen. Stufe 4 ermöglicht es, Einblicke in neue Funktionen und Programme von YouTube zu erhalten sowie direkten Kontakt zu YouTube-Mitarbeitern herzustellen. Als letztes folgt Stufe 5, in der man neue Funktionen und Programme noch vor Release testen kann. Außerdem hat man hat die Möglichkeit, sich für den sogenannten Hero Summit zu bewerben.

Einen Stufenaufstieg gibt es immer ab einer bestimmten Anzahl von Punkten, die man in der Hero-Community durch Anmerkungen oder hilfreiche Tipps erhalten kann, dadurch dass man Untertitel bei Videos einfügt und eben auch wenn man Videos entdeckt, die nicht den Nutzungsbedingungen entsprechen und diese meldet. Durch YouTube-Mitarbeiter sollen Meldungen und geflaggte Videos nochmal überprüft werden, damit keine Willkür als Hero möglich ist.

Warum hagelt es massiv Kritik?

Doch auch, wenn damit ein Missbrauch des Systems verhindert werden soll, befürchten viele, dass gerade durch das Levelsystem einige Nutzer übereifrig werden könnten und Inhalte flaggen und melden, die gar nicht gegen die YouTube-Richtlinien verstoßen. Auch nicht richtig durchdacht finden einige, dass im Prinzip jeder ein Hero werden kann, solange er angibt volljährig zu sein. Und da fängt das Problem schon an: Denn jeder weiß, dass es nicht schwer ist, sich auf YouTube mit falscher Altersangabe anzumelden. Außerdem ist selbst Volljährigkeit kein Indiz für Vernunft. So wird von vielen Nutzern stark angezweifelt, ob YouTube es schaffen wird, alle geflaggten und gemeldeten Videos nochmal manuell zu überprüfen, da bisher keine Grenze für die Anzahl von Heros festgelegt wurde. Gerade durch die Massflagging-Option ab Stufe 3 dürfte das schwierig werden, sodass man nun gespannt beobachten kann, wie das neue Hero-Programm sich entwickeln wird.

Der YouTuber RobBubble hat die Kritik an dem Heroes-Programm nochmal pointiert in einem Video interessant zusammengefasst:

Beitragsbild von YouTube