Das halten Unternehmen wie Studio81, Mediakraft und Hitchon vom Jugendschutz im Netz!

Webvideo-Unternehmen und der Jugendschutz

Wie stehen Multi-Channel-Netzwerke wie Mediakraft und Studio71 oder andere Dienstleister wie HitchOn zum Thema Jugendschutz? Was tun die Unternehmen selbst für den Jugendschutz und wie unterstützen sie ihre Creator dabei? Das sagen die Unternehmen zum Jugendschutz:

Viele Webvideo-Künstler nehmen die Dienstleistungen von Unternehmen wie zum Beispiel MCNs in Anspruch. Außerdem produzieren diese Unternehmen auch oft selbst Webvideo-Inhalte. Daher stellen sich auch im Bezug auf die Unternehmen einige Fragen dazu, wie diese den Jugendschutz handhaben und wie sie die aktuelle Situation auf Plattformen wie YouTube oder Facebook beurteilen.

Was die Unternehmen von den Creatorn unterscheidet

Webvideo ist ein stetig wachsendes Medium, das sich in den letzten Jahren immer größer werdender Beliebtheit erfreut. Seitdem dieses aber nicht mehr nur eine Nische ist, mischen auch viele Unternehmen im Webvideo-Markt mit. Ob komplett neu entstandene Unternehmen oder Tochterfirmen von Fernsehsendern oder anderen Medienunternehmen, die Regelungen des Jugendschutzes gelten dabei natürlich auch für diese. Während manche Unternehmen in Sachen Jugendschutz eher unerfahren sind, haben manche Firmen, wie beispielsweise Studio71 bereits jahrelange Erfahrung mit dem Jugendschutz: “Als TV-Haus arbeiten wir seit Jahrzehnten mit den entsprechenden Institutionen wie FSK zusammen, das Thema Jugendschutz wird da sehr proaktiv und routiniert behandelt.”, erklärt das Unternehmen gegenüber Broadmark.

Dabei ist es interessant, diese Aussagen mit denen von Creatorn zu vergleichen. Während den meisten Unternehmen die geltende Gesetze, die deren Jugendschutzmaßnahmen bestimmen, bestens bekannt sind und sogar eigene Jugendschutzbeauftragte haben oder mit Institutionen wie der Freiwilligen Selbstkontrolle zusammenarbeiten, schaut dies bei vielen Creatorn anders aus. Diese berufen sich meist auf eigene ethische Grundsätze oder die Richtlinien der jeweiligen Plattformen, wie unser Creator-Meinungsbild ergab. Es bestehen hier, da die Creator meist allein oder in kleinen Teams arbeiten, nicht die Kapazitäten für eine so detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Allerdings sind beispielsweise die YouTube-AGB in vielen betreffenden Punkten deckungsgleich mit geltenden Jugendschutzgesetzen.

Unterschiedliche Meinungen zur aktuellen Jugendschutz Situation

Auch wenn somit das allgemeinen Verständnis für den Jugend stark vorhanden ist, gehen beim Thema Jugendschutz auf den Webvideo-Plattformen die Meinungen der Unternehmen weit auseinander. So kritisiert zum Beispiel HitchOn, der Jugendschutz sei “auf den meisten Webvideo-Plattformen sehr lückenhaft”, was das Unternehmen besonders an den unsicheren Schutzmechanismen festmacht.  Altersbeschränkungen seien dabei in Windeseile umgehbar und würden für technikaffine Jugendliche meist keine Hürde darstellen.

Anders sieht das wiederum Mediakraft: “Im Großen und Ganzen funktioniert die freiwillige Selbstkontrolle auf Webvideo-Plattformen eigentlich ganz gut.” Allerdings kritisiert man dort die Entwicklung der Inhalte und damit die individuelle Vorgehensweise der Creator. Vor allem die Abbildung von Gewaltdarstellungen zum Clickbaiting kritisiert Michael Frenzel, Head of Communications bei Mediakraft: “Da hat sich in den letzten zwei Jahren bei einigen ein Trend aufgetan, der nicht gut ist.”

Verantwortung der Unternehmen für Inhalte

Keines der befragten Unternehmen spricht sich von der Verantwortung in Bezug auf den Jugendschutz frei. Das MCN Studio71 zum Beispiel unterstützt die Creator durch die Jugendschutzbeauftragte der ProSiebenSat.1-Gruppe: “Sofern Creator jugendschutzrelevante Inhalte in ihren Channels anbieten möchten, können sie sich hier beraten lassen.” Dabei stellt diese jedoch lediglich eine Hilfestellung dar und spricht die Creator nicht von ihrer eigenen Verantwortung frei. So sei “jeder Creator für die redaktionellen Inhalte seines Channels selbst verantwortlich.

In Bezug auf eigene Owned and Operated-Channels liegt die Verantwortung aber natürlich bei den produzierenden Unternehmen selbst: “Bei Inhalten, die wir abliefern, achten wir stets darauf, dass sie dem Jugendschutz entsprechen.”, erklärt Studio71. Dies gilt aber nicht nur für die rechtliche Verantwortung hinsichtlich der Inhalte. Mediakraft zum Beispiel sieht sich auch verantwortlich, die junge Zielgruppe zu bilden. “Aus diesem Grund beleuchten von Mediakraft produzierte Unterhaltungs- und Informations-Formate häufig Themen rund um Extremismus und Jugendschutz.” Videos dieser Art sind zum Beispiel „Das darfst du ab 18!“ von So Geht das oder die „Was Geht Ab Story – Rechtsextremismus“:

Müssen auch junge Creator geschützt werden?

Jugendlichen ist durch mangelnde Erfahrung keine volle Geschäftsfähigkeit zuzusprechen. Doch in letzter Zeit steigt die Anzahl an jungen, minderjährigen Creatorn stark. Darauf reagieren auch Unternehmen wie HitchOn: “Minderjährige Creator haben teilweise nicht genügend Wissen, was die Rechnungsstellung oder den Umgang mit Steuern angeht. In solchen Fällen helfen wir gerne und beraten die YouTuber.” Ähnlich sieht dies auch bei Mediakraft aus: “Minderjährige Creator können Verträge grundsätzlich nur über ihre Erziehungsberechtigten abschließen. Diese sind auch in der Folge intensiv eingebunden.

Es lässt sich also feststellen, dass sich die Unternehmen, die in der Webvideobranche tätig sind, genau mit den Jugendschutzrichtlinien auskennen und diese auch umsetzen. Viele Unternehmen sind sich auch unabhängig von Gesetzen ihrer Pflicht und Verantwortung gegenüber der jungen Zielgruppe bewusst und passen ihre Inhalte daran an. Gerade bei der Beurteilung der aktuell umgesetzen Situation auf Youtube unterscheiden sich denoch die Meinungen der Unternehmen.

Mehr zum Thema Jugendschutz erfahrt ihr in den weiteren Artikeln unserer Reihe. Diese erscheinen wöchentlich und sind über unsere Themenseite zu finden.

Beitragsbild von Mediakraft, Studio71, HitchOn