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WDR startet neuen YouTube-Kanal WDR #3sechzich

Der Westdeutsche Rundfunk startet seinen neuen YouTube-Kanal WDR #3sechzich. In einem exklusiven Hintergrundgespräch verriet der Sender Broadmark seine Pläne. 

Erst kürzlich verkündete der Fernsehdirektor des Westdeutschen Rundfunks, Jörg Schönenborn, dass es bald eine Espresso-Lokalzeit geben werde, welche auf dem YouTube-Kanal des WDR, sowie in der Mediathek des Fernsehsenders publiziert werden solle (wir berichteten). Schönenborn betonte, dass es ihm wichtig sei auf alle Plattformen zu gehen und somit auch die junge Zielgruppe zu erreichen.

Nun steht bereits das nächste Projekt des Westdeutschen Rundfunks an, denn der WDR startet den neuen YouTube-Kanal WDR #3sechzich. Bereits heute wurde ein Trailer auf dem neuen Kanal veröffentlicht und ab morgen soll der Channel fast täglich mit kurzen Clips zu aktuellen Nachrichtenthemen befüllt werden.

Wir wollen nicht die Tagesschau nachspielen

Im Gespräch mit Broadmark betonten die Redakteure der Programmgruppe Aktuelles Fernsehen, Jonas Wixforth und Katrin Schlusen, dass man nicht die Tagesschau nachspielen wolle. Die Redakteure erklärten, dass für den YouTube-Kanal drei junge Moderatoren vor der Kamera stehen und diese neben Informationen über aktuelle Nachrichten auch ihre Meinung und Haltung zum Thema formulieren werden. Bei den Moderatoren handelt es sich um Tim Schrankel, Melek „Melly“ Balgün und Freddie Schürheck, letztere ist bereits für ihre Arbeit bei dem Radiosender 1LIVE bekannt.
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Höchste Zeit für ein Online-Angebot

Auf Nachfrage von Broadmark, warum der WDR nun bereit sei einen weiteren Schritt in Richtung Onlinevideo zu gehen, erklärt Jonas Wixforth: „Der Westdeutsche Rundfunk gibt uns gerade im Moment die Möglichkeit neue Projekte im Webvideobereich zu testen. Die Frage nach dem warum, lässt sich recht einfach beantworten.“

Weiter meint er: „Zu unserem Auftrag gehört es neben den Zuschauern vor dem Fernseher auch die Leute anzusprechen, die man mit linearem TV nicht mehr erreichen kann. Diese Menschen bezahlen uns ebenfalls, also sollen sie auch ein Produkt von uns erhalten. Wir können nicht länger warten bis die Leute wieder vor den Fernseher kommen. Wir wissen zwar, dass YouTube nicht auf uns wartet, es ist dennoch höchste Zeit und der Versuch ist es wert.“

Vorhandene Ressourcen nutzen

Fast täglich soll es ein neues Video auf dem Kanal WDR #3sechzich geben, eine feste Uhrzeit ist nicht vorgesehen. Die Redakteurin der Programmgruppe Aktuelles Fernsehen, Katrin Schlusen, erklärte, dass sich der YouTube-Kanal schon vorhandene Ressourcen zu Nutzen mache. So könne man auf die Newsserver der Aktuellen Stunde zugreifen und der Vertrag zwischen der ARD und der Plattform YouTube ermögliche es die Videos werbefrei und ohne vorhandene Product Placements zur Verfügung zu stellen.

Laut Schlusen ist gerade das ein „großer Trumpf“ des Kanals. „Wir wollen pro Video ein Thema ansprechen und gerne auch mit der Community unter den Videos kommunizieren. Wichtig ist es uns auch, dass wir den Zuschauern in der Infobox weitere Informationen und die Quellen unserer Inhalte angeben“ Der Kanal soll hierbei die unterschiedlichsten Themen ansprechen: „Gerne kann es sich auch einmal um Themen handeln, an die sich andere YouTuber nicht heranwagen.“

Wir wollen YouTube nicht neu erfinden, aber dennoch ist unser Projekt revolutionär.

Jonax Wixforth informierte außerdem darüber, dass man „nicht YouTube neu erfinden“ wolle. Dennoch sei das Projekt revolutionär, weil es ein derartiges Projekt der Öffentlich-Rechtlichen bisher nicht gebe.

Bei #3sechzich handelt es sich um das zweite angekündigte Onlineprojekt des WDR innerhalb weniger Wochen. Die ebenfalls angekündigte Espresso-Lokalzeit wird aber von einem anderen Redaktionsteam in einem neuen Studio in Wuppertal produziert. Neben dem Kanal wird #3sechzich auch auf den Social-Media-Plattformen Facebook, Twitter und Instagram aktiv sein. Laut Katrin Schlusen sind auch Blicke hinter die Kulissen oder Kollaborationen mit anderen Webvideoproduzenten möglich.

Beitragsbilder vom WDR