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Ströer übernimmt Webvideopreis-Veranstalter

Die Ströer Media SE hat die European Web Video Academy GmbH, Veranstalter des Deutschen Webvideopreis, übernommen. Damit planen die beiden Unternehmen den Webvideopreis weiterauszubauen und auch in weitere Länder zu expandieren. 

Bereits seit 2011 werden mit dem Deutschen Webvideopreis die besten Webvideos des Jahres ausgezeichnet. Was als Preis im kleinen Rahmen anfing, hat sich dabei inzwischen zum größten und wichtigsten Online-Medienpreis in Deutschland, Österreich und der Schweiz entwickelt, der im vergangenen Jahr sogar den Sprung in das Fernsehen schaffte. Veranstaltet wird der Webvideopreis dabei seit 2012 von der European Web Video Academy GmbH (EWVA), die damit das noch junge Mediengenre neben die etablierten Bewegtbilder stellen und eine eigene Sprache entwickeln möchte. Während die EWVA bislang unabhängig unter den geschäftsführenden Gesellschaftern Markus Hündgen und Dimitrios Argirakos geführt wurde, gehört die European Web Video Academy ab sofort zur Ströer Media SE.

Akquisition durch Ströer

So ist zum Jahresstart der Vermarktungsriese über seine Tochter Ströer Venture als Gesellschafter bei der EWVA eingestiegen, wie Markus Hündgen, Geschäftsführender Gesellschafter der European Web Video Academy, gegenüber Broadmark bestätigt. Die Übernahme durch Ströer kommt dabei wenig überraschend. Bereits in den vergangenen Jahren arbeiteten die beiden Unternehmen miteinander zusammen und starteten zuletzt zum Webvideopreis 2015 eine große Out-of-Home-Kampagne, bei der wochenlang an Bahnhöfen diverse Videoclips mit Christian Ulmen auf Infoscreens gezeigt wurden. Dazu ist die European Web Video Academy seit längerer Zeit auf der Suche nach einem passenden Partner, um die EWVA in Zukunft weiterzuentwickeln, wie Markus Hündgen gegenüber Broadmark erklärt: „Insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir gemäß unseres eigenen Unternehmensanspruchs – der sich auch im Namen zeigt – im nächsten Schritt mit dem WVP ins europäische Ausland expandieren, haben wir einen starken Partner mit internationaler Ausrichtung gesucht.“ Diesen Partner scheint die EWVA nun in Ströer gefunden zu haben.

Trotz der intensiven Partnerschaft soll sich vorerst nichts im operativen Geschäft ändern, wie Hündgen versichert: „Wir, das heißt Dr. Dimitrios Argirakos und Markus Hündgen als Gründer des Unternehmens, bleiben nunmehr als einzige Gesellschafter neben Ströer an Bord, stellen weiterhin die Geschäftsführung und werden die EWVA und das Webvideopreis-Universum leiten, weiterentwickeln und ausbauen. Vielmehr ist es so: Der Webvideopreis hat nun nicht nur zwei Väter, sondern auch eine Mutter.“ Zudem verbleibt der Firmensitz weiterhin in Düsseldorf und auch in Zukunft sollen die zahlreichen Partnerschaften mit weiteren Kooperationspartnern wie Grey Germany, Kick-Media und Kimmig Entertainment fortgesetzt werden. Die bis Anfang 2015 angebotenen Beratungsleistungen im Bereich digitale Kommunikation werden außerdem im Zuge der Auslagerung des Geschäftsfeldes vollständig unter der Rico Jones UG angeboten, deren Geschäftsführer und Gesellschafter Hündgen und Argirakos unabhängig von der EWVA sind. 

Weiterentwicklung des Webvideopreises

Doch auch, wenn sich somit operativ nichts ändert, planen die EWVA und Ströer in Zukunft gemeinsam den Webvideopreis als führenden Online-Medienpreis weiterzuentwickeln und auszubauen, so Hündgen: „Diese Führung wollen wir ausbauen und über die nächsten Jahre gemeinsam mit Ströer um weitere Geschäftsfelder und Länder erweitern.“ Dadurch soll der Webvideopreis noch stärker wachsen und auch außerhalb von Deutschland möchte sich die EWVA gemeinsam mit Ströer auf die Suche nach Webvideokünstlern und Social-Media-Stars begeben, die mehr Aufmerksamkeit für ihre Arbeit verdient haben. Hierbei betont Hündgen jedoch, dass die Partnerschaft keine Auswirkungen auf die inhaltliche Ausrichtung habe: „Hier entscheidet weiterhin das Wechselspiel zwischen uns als Veranstalter, allesamt bekennende Webvideo-Fans der ersten Stunde und der Webvideopreis-Academy, bestehend aus über 100 Gewinnern und Nominierten der Vorjahre.

Unabhängigkeit des Webvideopreises

So soll der Webvideopreis auch trotz des neuen Gesellschafters an Bord weiter unabhängig bleiben. Dies soll dadurch sichergestellt werden, dass die Wettbewerbs-Ebene, durch die unabhängige Academy vertreten und die kaufmännische und strategische Ebene, durch die EWVA vertreten, weiterhin selbstständig arbeiten. „Über die Vergabe der Preise beim Webvideopreis entscheidet einzig und allein weiterhin die Academy in ihrer Jury-Funktion zusammen mit dem Publikum.„, bekräftigt Hündgen und ergänzt: „Ein moderner Medienpreis kann heutzutage nicht mehr hinter verschlossenen Türen tagen, auf den Status Quo der letzten 20 Jahre setzen oder sogar Preisträger nach persönlichem Dünkel bestimmen. Transparenz und ein gesundes Maß an eigener Disruption sind uns, anders als so manchem klassischem Medienpreis, Anspruch und Ansporn zugleich.“ Somit kann man gespannt sein, wie sich der Webvideopreis unter dem neuen Gesellschafter weiterentwickeln wird.

Beitragsbild von Broadmark




  • Thomas Riedel

    Guter Artikel, danke!