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So funktioniert Marketing auf musical.ly

Wie funktioniert Marketing auf einer Plattform, die erst zwei Jahre alt ist? Wir stellen die verschiedenen Möglichkeiten des musical.ly-Marketings vor. 

Während vielerorts noch darüber geredet wird, wie man überhaupt auf Snapchat werben und Marketing betreiben kann, bahnt sich bereits die nächste große Plattform an. Wie wir bereits in den vergangenen Wochen vorgestellt haben, entwickelt sich musical.ly langsam aber sicher zur nächsten großen Social-Media-Plattform. Bereits mehr als 100 Millionen Nutzer – vornehmlich im Teenageralter – hat die Social-Video-App überzeugen können, wovon alleine 25 Millionen Nutzer auf Europa entfallen. Dazu erreichen bereits die ersten Influencer Millionen Reichweiten auf musical.ly. Die 13-jährigen Zwillinge Lisa und Lena aus Deutschland haben mehr als 8,5 Millionen musical.ly-Fans (Vergleichbar mit Instagram-Followern, YouTube-Abonnenten etc.) und auch viele weitere Muser (so heißen die musical.ly-Creator) haben hunderttausende Fans erreicht. Damit wird musical.ly auch für das Marketing spannend. Doch wie kann man auf einer Plattform werben, die gerade mal erst zwei Jahre existiert? Wir haben uns erste Cases angeschaut.

Marketing auf musical.ly

Zuerst einmal gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine offiziellen Werbemöglichkeiten seitens musical.ly. Anzeigen, gesponserte Inhalte oder ähnliches sind aktuell noch nicht in musical.ly integriert und können damit auch nicht gebucht werden. Auch wenn musical.ly seine App natürlich auch monetarisieren möchte, dürfte sich daran in naher Zukunft erst einmal nur wenig ändern, wie Alex Hofmann erklärt: „Auf live.ly wollen wir jetzt die Monetarisierung mit dem Gift-Modell ausrollen. Dort überlegen wir, ob wir von den jeweiligen Gifts nicht einen kleinen Teil für das Unternehmen nehmen. Wir schauen natürlich auch nach weiteren Methoden, wie wir den Nutzern noch mehr zur Verfügung stellen können. Wir sind zwar noch ein sehr junges  Unternehmen, aber wir schauen schon, wie wir ein starkes Unternehmen aufbauen können.

Statt Werbung möchte sich musical.ly damit vor allem an kostenpflichtigen Zusatzinhalten ähnlich wie bei YouNow und Twitch versuchen. Beim Livestreamdienst live.ly soll es bald die Möglichkeit geben, Geschenke zu kaufen, die man dem Streamer schenken kann. Hierbei möchte Musical.ly einen kleinen Betrag einbehalten.

Influencer Marketing auf musical.ly

Auch wenn musical.ly damit selbst noch lange davon entfernt ist, eine klassische Werbeplattform zu werden, wird bereits anderweitig die enorme Reichweite marketingtechnisch ausgenutzt. Schließlich gibt es inzwischen bereits die ersten musical.ly-Influencer. Einige Unternehmen testen hierbei aktuell, wie man auf musical.ly Influencer-Marketing betreiben kann.

Der zu Otto zugehörige Online-Shop About You versucht sich aktuell an einer Kampagne über musical.ly. Bei dieser fordert der Muser und YouTuber Jonah Pschl seine Zuschauer auf, ein Lip Sync Musical zu erstellen und mit dem Hashtag #AboutYouXJonahPschl zu versehen. Der Gewinner kann anschließend einen 200 Euro Gutschein von About You gewinnen. Aktuell haben hierbei fast 150 Teilnehmer mitgemacht.

In den USA wird bereits schon länger Influencer-Marketing mit muscial.ly betrieben. So warb Coca Cola bereits im Juni mit einer ersten Kampagne. Mehrere Muser wie Baby Ariel oder Danielle Renaee drehten hierfür kurze Musicals unter dem Hashtag #ShareACoke, um ihre Follower aufzufordern, ebenfalls Musicals unter dem Hashtag zu posten. Zu gewinnen gab es ein Face-Time-Anruf mit dem Sänger Jason Derulo. Insgesamt wurden so mehr als 140 000 Musicals eingereicht – eine enorme Zahl, bedenkt man, dass diese jeweils ein x-faches angeschaut wurden.

Ebenfalls solche Erfolge konnte „Good Morning America“ feiern, die mit drei Wettbewerben zur Bewerbung des „Summer Concert“ insgesamt 244 000 eingereichte Musicals mit mehr als 12,5 Millionen Likes erreichen konnten.

Marketing abseits musical.ly

Neben dem direkten Influencer-Marketing auf musical.ly bietet es sich außerdem sehr gut an, auch auf weiteren Plattformen zu werben. Durch die direkte Verknüpfung mit Instagram haben etwa viele Influencer auch dort eine enorme Reichweite aufgebaut, die sich natürlich vermarkten lässt. Dazu eignen sich die musical.ly-Influencer als Testimonials für Marken, die Kinder und Jugendliche zwischen 10 bis 16 Jahren erreichen möchten.

Somit ist musical.ly bereits jetzt trotz der frühen Phase eine interessante Marketingplattform. Insbesondere für Marken, die eine sehr junge Zielgruppe erreichen möchte, ist diese interessant, da bereits jetzt enorme Reichweiten generiert werden. Die musical.ly-Nutzer sind dabei oft nicht nur passive Konsumenten, sondern selbst auch aktive Content-Creator. Damit sollten Marketer musical.ly auf jeden Fall im Auge behalten, denn in den kommenden Monaten und Jahren dürfte der Dienst mit Sicherheit noch stark an Relevanz zunehmen.

Beitragsbild von musical.ly