Influencer Marketing-Plattformen nqyer

Influencer Plattformen im Fokus: Nqyer

Mit einer starken internationalen Ausrichtung möchte das Start-up Nqyer sich im Markt der Influencer Marketing-Plattformen durchsetzen. Wir haben uns die Plattform genauer angeschaut. 

Multi-Channel-Netzwerke, Creator, Tausenderkontaktpreis: Nicht nur die verschiedensten Buzzwords erweitern die YouTube-Landschaft, auch neue Unternehmen sprießen aus dem Boden. Unter ihnen befinden sich die sogenannten Influencer Marketing-Plattformen, die die Künstler und Unternehmen an einen Tisch bringen möchten, um so Werbedeals zustande kommen zu lassen. Als eine hierzulande noch recht unbekannte, vor allem international aber erfolgreiche Plattform, möchte sich auch Nqyer im Markt durchsetzen und setzt hierbei auf ein möglichst für alle Seiten einfaches Marktplatzmodell. Wir stellen euch im Rahmen unserer Artikelreihe zum Thema Influencer Marketing-Plattformen Nqyer genauer vor.

5 000 Influencer, Daten und Partnerschaften

Bereits 2013 hatten Julian Mohr, Jan Jatzkowski und Tobias Herzberg die Idee eine Plattform zu bauen, auf der man leicht die für seine Marke oder Produkt passenden Influencer finden und in Echtzeit kontaktieren kann. 2015 setzten die drei Jungs aus Pinneberg schließlich ihre Idee um und starteten mit Nqyer ihr eigenes Startup. Hinter Nqyer steckt dabei eine Influencer Marketing-Plattform, die bereits mehr als 5 000 Influencer vorweisen kann, wie Julian Mohr erklärt: „Man kann nach Preis der Influencer, Herkunft, Interessen der Follower, Alter, etc. selektieren. Diese ganzen Daten stellen uns die 5 000 Influencer zur Verfügung, da wir durch unser persönliches Netzwerk, Testimonials und unsere Marke einen hervorragenden Ruf aufgebaut haben.“ So arbeitet Nqyer etwa mit zahlreichen internationalen Top-Creatorn wie RCLBeauty101 (7,8 Millionen Abonnenten), Alphacat (über 3,3 Millionen Vine-Follower) oder RackaRacka (2,6 Millionen Abonnenten) sowie mit einigen Künstler-Agenturen wie dem Lennon Management oder Rogue Management zusammen.

steht am 29.10.2015 in Hamburg in den Deichtorhallen bei der Verleihung der Lead Awards auf der Bühne. Foto: Axel Heimken/dpa

Julian Mohr, Gründer und Geschäftsführer von Nqyer (Foto: Axel Heimken/dpa)

So möchte sich Nqyer differenzieren

Dank dieser Partnerschaften und mit den vielen Daten der zahlreichen Influencer möchte sich Nqyer somit klar von anderen Agenturen und Plattformen differenzieren, so Mohr: „Unser Vorteil ist definitiv der Datensatz gepaart mit unserem angesammelten Wissen und der Beobachtung des Marktes in den letzten 4 Jahren.“ So zeigt Nqyer etwa den Preis pro Post der Influencer und die Themen, über die sie Inhalte veröffentlichen, um so dafür zu sorgen, dass kein Geld von Markenseite aus verbrannt wird. Gleichzeitig sieht Mohr aber auch recht vorsichtig der aktuellen Entwicklung entgegen: „Mindestens 8 von 10 Influencer Plattformen müssen spätestens nächstes Jahr pivoten oder aufgeben. Davor sind auch wir nicht gefeit, es hängt davon ab, ob man die Entwicklungen versteht und richtig einschätzen kann und dass man die richtigen Partnerschaften schließt.“

Dass Nqyer es gelingen wird, sich durchzusetzen, dessen ist sich Mohr aber trotzdem sicher. So ist im vergangenen August etwa der Next Media Accelerator bei der Favics GmbH, dem Unternehmen hinter Nqyer eingestiegen und aktuell werden etwa bereits konkrete Gespräche mit mehreren, potenziellen Investoren geführt. Auch wenn auf Investorenseite Nqyer damit nicht gerade schlecht aufgestellt ist, erzielt das Start-up auch schon erste Umsätze. „Wir verdienen schon ein wenig Geld, sind mit Nqyer aber gerade einmal bei ca. 10 Prozent unserer Roadmap angekommen.„, so Mohr. Das aktuelle Geschäftsmodell sieht dabei so aus, dass Nqyer zum einen einen branchenüblichen Satz am Budget der Kampagne nimmt, Influencer Premium Profile anbietet und etwa Unternehmen auf Nqyer eine monatliche Gebühr zahlen müssen. Zudem werden auch einfache Beratungsleistungen angeboten. Erste Kunden sind dabei etwa Universal, Maxxis oder Start-ups aus den Bereichen Food und Nutrition, Fashion, Fitness-Apps und Reiseplattformen.

Das steht auf der Agenda

Für die Zukunft möchte Nqyer vor allem wachsen, erklärt Mohr: „Zunächst steht bei uns auf der Agenda, das Funding abzuschließen. Dann haben wir einige sehr spannende und große Kampagnen mit tollen Partnern und Produkten, auf deren Ergebnis ich mich wirklich sehr freue. Ansonsten hat das Wachstum auf Influencer-Seite für uns große Priorität.“ Abseits davon blickt er aber skeptisch auf die zukünftige Entwicklung im Influencer Marketing: „So wie ich den Markt und seine Entwicklung antizipiere und was ich von unseren Partnern aus den USA mitbekomme, deutet alles darauf hin, dass das Modell einer technischen self-serving-Plattform, so wie es die meisten Influencer Marketing-Unternehmen anbieten, nicht lange tragbar sein wird.“

Beitragsbild von Nqyer