Influencer Marketing-Plattformen reachhero

Influencer Marketing-Plattformen im Fokus: ReachHero

Die erste Influencer Marketing-Plattform in Deutschland war das Startup Unternehmen ReachHero. Wir werfen einen Blick auf diese Plattform.

Multi-Channel-Netzwerke, Creator, Tausenderkontaktpreis: Nicht nur die verschiedensten Buzzwords erweitern die YouTube-Landschaft, auch neue Unternehmen sprießen aus dem Boden. Unter ihnen befinden sich die sogenannten Influencer Marketing-Plattformen, die versuchen die Künstler und Unternehmen an einen Tisch zubringen, damit Werbedeals zustande kommen. Als die älteste deutsche Influencer Marketing-Plattform existiert ReachHero. Wir stellen euch im Rahmen unserer Artikelreihe zum Thema Influencer Marketing-Plattformen ReachHero einmal genauer vor.

Virtueller Marktplatz und Algorithmus

Anfang 2015 gingen Christian Chyzyk, Philipp John und Aaron Troschke in Berlin mit ReachHero online. Die Plattform bietet Firmen und Influencern einen virtuellen Marktplatz auf dem diese Kampagnen in einem gewissen Budgetrahmen online stellen können. Ebenso können sie festlegen, auf welchen Plattformen sie die Kampagnen schalten wollen — sei es als Video auf YouTube oder einem Bild auf Instagram. Die Influencer haben dann die Möglichkeit sich mit ihrer Idee und ihren Preisvorstellungen auf das Projekt zu bewerben. Das Unternehmen erhält neben den Projektideen der YouTuber auch die analytischen Daten wie die Altersspanne der Follower, Videoaufrufe und ähnliches. Mit all dem Background kann sich das Unternehmen dann für die idealen Influencer entscheiden. Mit einem Algorithmus können auch Zielgruppen genau abgeglichen werden. „Da wir eine Zwischeninstanz zwischen beiden Parteien sind, können wir dabei fair entscheiden, wenn es zu Missverständnissen kommt. Wenn zum Beispiel die Firma am Anfang dem Influencer komplette Freiheiten gibt, aber am Ende doch das Video verändern möchte, dann können wir da dem Künstler zur Seite stehen. Genauso kann es andersherum passieren, dass einige Sachen zwischen dem Künstler und dem Unternehmen abgemacht waren und der Influencer sie nicht umsetzen möchte. Auch dann werden wir aktiv“, erklärt Philipp John, COO von ReachHero. Christian Chyzyk, CEO erklärt weiter: „Mit hunderten erfolgreichen Kampagnen über ReachHero haben wir sehr viel Erfahrung gesammelt und bieten beiden Seiten eben die Sicherheit, dass alles funktioniert.

ReachHero kann sich sich dabei über zwei Wege finanzieren: Am Ende eines abgeschlossenen Werbedeals erhält ReachHero 20 Prozent des festgelegten Betrags zusätzlich von dem werbenden Unternehmen. Somit wird den Künstlern kein Cent von ihrem Gehalt abgezogen, vielmehr müssen die Unternehmen diesen Betrag zusätzlich aufbringen. Auf der anderen Seite können Unternehmen auch Managed-Service erhalten, indem sie von ReachHero bei der gesamten Vermarktung unterstützt werden.

Im Mittelpunkt stehen die Influencer

Im Vordergrund stehen für ReachHero dabei klar die Influencer. „Wir wollen die Firmen nicht übers Ohr hauen, aber wir kennen den Wert, den die Influencer liefern“, beschreibt John die Philosophie des Unternehmens. Die Künstler hätten durch die vielen abgeschlossenen Projekte und die Garantie, dass die Firmen seriös sind, auch ein großes Vertrauen in die Plattform. Um dieses zu festigen, achtet das Unternehmen darauf, dass die Gagen rechtzeitig gezahlt werden. Bei größeren Firmen wird diese sogar vorgestreckt.

Die Vertrauensbasis wird dabei aber auch von Aaron Troschke, YouTuber und Head of Entertainment bei ReachHero, verstärkt. „Einen aktiven YouTuber mit dabei zu haben, ist natürlich goldwert. Aaron ist nicht nur drin in dem Thema, indem er die Leute kennt. Er weiß auch wie lange ein Video im Schnitt braucht, wie der Aufwand ist und so weiter“, erklärt John weiter. Momentan sind über 3 200 Influencer auf der Plattform angemeldet. Diese erreichen alleine bei YouTube über 65 Millionen Abonnenten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Influencer in MCNs oder „frei“ sind. Als Aufnahmegrund muss der Künstler lediglich rund 1 000 Follower auf einer Plattform, sei es YouTube, Facebook, Twitter oder Instagram, haben. Um aber erfolgreich eine Kampagne zu erhalten, reicht dies nicht immer aus. „Jedoch bist du mit 1 000 Followern nicht automatisch interessant für unsere Kunden. Man muss schon ein bisschen größer sein. Ich denke, um wirklich interessant zu werden, solltest du pro Video rund 3 000 Views hinbekommen“, erklärt Troschke.

Der Blick in die Zukunft

Das Berliner Startup möchte sich aber nicht auf ihrer großen Erfahrung ausruhen, sondern versucht auch weiter erfolgreich zu sein. „In Zukunft soll die Analytics-Seite noch weiter verfeinert werden“, blickt John in die Zukunft. Die Ausweitung auf andere Social-Media-Kanäle ist bereits erfolgt. So konzentrierte sich ReachHero am Anfang auf die Videoplattform YouTube, aber auch Kampagnen über andere Social-Media-Dienste wie Instagram, Snapchat oder Facebook sind nun möglich. „Auf der einen Seite sind die Influencer auf mehreren Plattformen aktiv. Auf der anderen Seite wollen auch die Firmen auf den verschiedensten Plattformen wahrgenommen werden“, erklärt John. Dem Trend der ständig wachsenden Influencer Marketing-Plattformen sieht ReachHero positiv entgegen: „Jede einzelne Plattform ist wichtig, um den Markt voranzutreiben. Dadurch kann auf die komplette Branche aufmerksam gemacht werden. Jedoch glaube ich nicht, dass am Ende Platz für alle Plattformen da sein wird.“ Die Zukunft bleibt also spannend.

Neben ReachHero stellen wir euch in den nächsten Wochen die relevantesten Influencer Marketing-Plattformen vor und schauen uns den Trend genauer an.