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„Also, das was da gerade passiert, ist ja total absurd.“ – Die Erfolgsstory von NebelNiek

Mit seinen außergewöhnlichen Gaming-Videos hat NebelNiek es geschafft in nur zwei Wochen die Zahl seiner Abonnenten zu verdoppeln. Damit befindet sich der YouTuber auf dem besten Weg durchzustarten. 

Mittlerweile träumen immer mehr Videoproduzenten von einer hohen Reichweite und somit vom schnellen Erfolg auf Plattformen wie YouTube oder Twitch. Dies wird jedoch stetig schwieriger ohne Crosspromotions, Pushs oder Kollaborationen. Vor allem in der Gaming-Szene häufen sich tausende Creator, die mit Let’s Plays versuchen, der nächste große YouTube-Star zu werden — meist jedoch ohne Erfolg. Dass es trotz dieser sehr hohen Hürden dennoch möglich ist, aus eigener Kraft aus der Masse hervorzustechen und durchzustarten, beweist nun der Gaming-YouTuber NebelNiek.

In zwei Wochen 100 000 neue Abonnenten

Wer dabei in den letzten Tagen und Wochen aktiv auf Twitter unterwegs war, dürfte seinen Namen bereits das ein oder andere Mal gesehen haben. Zurzeit ist NebelNiek alias Karl in aller Munde. Überall liest man Insider aus seinen Videos, viele große YouTuber wie ConCrafter oder rewinside äußern sich positiv über ihn und sein Wachstum nimmt immer größere Ausmaße an.

Alleine in den letzten zwei Wochen schaffte er es mehr als 100 000 neue Zuschauer zu gewinnen und vom 28.12.2015 bis zum 12.01.2016 innerhalb von nur 15 Tagen die Zahl seiner Abonnenten von 100 000 auf 200 000 Abonnenten zu steigern. Dabei gewann er zu Spitzenzeiten bis zu 10 000 Abonnenten am Tag und erzielt momentan mehr als 500 000 Views pro Tag. NebelNiek kann damit zurzeit ein derartig starkes Wachstum hinlegen, wie man es sonst eigentlich nur durch Crosspromotion-Projekte wie VARO oder einen Push durch andere YouTuber kennt und generiert Zahlen, die man sonst nur von der Spitze der deutschen YouTube-Kanäle kennt.

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Mit aufwendigen Videos zum Hype

Doch auch wenn der 18-Jährige damit aktuell wie kein zweiter YouTube-Kanal in Deutschland erfolgreich ist, kommt dieser Hype natürlich nicht überraschend. Bereits seit Ende 2013 produziert NebelNiek regelmäßig Videos auf seinem YouTube-Kanal. Während die ersten Videos dabei noch klassische Let’s Plays mit Fokus auf dem Sandbox-Spiel Minecraft waren, besteht sein aktueller Content überwiegend aus aufwendig produzierten und geschnittenen Minecraft PVP-Videos, an denen er bis zu 14 Stunden sitzt. Dieser immense Arbeitsaufwand und sein einzigartiger Humor mit vielen mittlerweile ebenso wie sein Kanal bekannte Insidern zeigen damit zurecht, dass sein Erfolg nicht von ungefähr kommt und dass er es geschafft hat, eine starke Community aufzubauen, die stetig größer wird.

Wie NebelNiek es dabei geschafft hat, sich durchzusetzen, was sein Erfolgsgeheimnis ist und was seine Ziele auf YouTube sind, hat uns der YouTuber im Interview verraten. 

„Ich versuche alles so perfekt wie möglich zu machen.“

Broadmark: In den letzten Wochen ist dein YouTube-Kanal stark gewachsen. Alleine in den letzten 14 Tagen hat dein Kanal 100 000 Abonnenten dazugewonnen. Wie erklärst du dir dieses enorme Wachstum?

Karl: Momentan gibt es auf YouTube eigentlich nur eine Art von Unterhaltung im Gaming-Bereich und das sind ungeschnittene Videos, die über die Sprache, über Jokes und über Leute, mit denen man aufnimmt, funktionieren. Es gibt halt keinen wirklichen Kanal, außer ConCrafter, der durch Schnitte, durch Zooms, durch Musikwechsel Humor erzeugt. Es ist einfach ‘ne andere Art der Unterhaltung, die ich mache. Es ist trotzdem Gaming, trotzdem Minecraft, aber eben anders. Und ich sitz 14 Stunden am Tag daran, gebe mir einfach extrem viel Mühe und kümmere mich darum, dass alles so perfekt wie möglich ist. Dass jeder Cut perfekt ist, jede Musikstelle auf den Punkt. Dadurch entsteht diese gewisse Art von Comedy. Und die ist noch was ganz Neues.

Broadmark: Also du machst keine typischen Let’s Plays, sondern stattdessen setzt du mehr Wert auf den Unterhaltungsaspekt und auf aufwendig geschnittene Videos?

Karl: Ja, es gibt natürlich auch andere, die Cuts machen etc., aber nicht so extrem. Ich versuche alles so perfekt wie möglich zu machen, und am Ende ist das Ergebnis dann eher eine Show, als ein Video.

Broadmark: Und wie erklärst du dir den enormen Schub der letzten Wochen? Gab es da besondere Gründe für, hast du von irgendwem einen Push bekommen, oder hat der YouTube-Algorithmus dich hoch bewertet?

Karl: Nein, ich hab ja einfach nur meine stinknormalen Videos gemacht, nicht sowas wie “Diese 2 YouTuber bekommen ein Kind” oder so. Es hat auch viel mit Skywars zu tun. Skywars ist ein relativ neuer Minecraft-Modus auf dem Gomme-Server. Und ich hab’ halt gesehen, dass man sehr viel mit dem Modus machen kann. Also dachte ich mir, machste einfach mal sehr viel damit. Und da man in diesem Modus viel vorbereiten muss, und ich eh viel schneide, ist das Video durchgehend Action, meistens sieht man die Vorbereitungen nicht. Ich denke mal, dadurch hat auch Skywars zu dem großen Zuwachs beigetragen.

Broadmark: Und dann hat sich die Mundpropaganda so rasant entwickelt und die Leute haben dich massenweise abonniert?

Karl: Also, es hat natürlich auch viel damit zu tun, dass mich viele YouTuber öffentlich über Twitter gelobt haben, aber das allein bringt noch niemanden dazu, den Kanal auch zu abonnieren. Die Leute schauen sich den Kanal dann an und gucken, was macht der, und wenn sie die Videos gut finden, dann abonnieren sie dich auch. Außerdem sind mir meine Abonnenten, meine Community, extrem wichtig und ich gehe viel auf Insider ein. Ich hab’ ein Format, wo die Leute mir Videos schicken können, in denen sie selber Faxen machen, und die ich mir dann anschaue. Und ich sage ihnen “Jo, malt mal ein Dreieck an die Schultafel.” Durch sowas entstehen immer wieder neue Insider, und es spricht sich rum. Dein bester Freund malt in der Schule ein Dreieck an die Tafel, dann fragste den, was das soll, und der sagt: “Ja, das ist ein Test, ob die Lehrerin ein Illuminat ist”. Und dann aha, okay, hier zack, NebelNiek. Durch die Insider werden die Leute neugierig, was das eigentlich und wer dieser NebelNiek ist. Die Insider sind so speziell, egal ob Lupina, die Illuminaten oder GG Anderson, das ist so bescheuert und fällt auf. Dann sagt irgendwer “GG Anderson” und die anderen gucken nach, was das bedeuten soll. Und das ist alles so mit der Zeit entstanden und entspricht eben meinem Humor.

„Also, das was da gerade passiert, ist ja total absurd.“

Broadmark: Welche Faktoren denkst du, haben außerdem noch eine Rolle gespielt?

Karl: Ich stecke einfach meine ganze Zeit in die Videos. Ich war schon immer viel am PC und ich liebe es einfach, zu arbeiten. Ich steck’ halt wirklich 14 Stunden am Tag Arbeit in meine Videos, das machen die wenigsten. Viele YouTuber müssen auch noch sich um ihre Vermarktung kümmern. Ich mache nur meine Videos, kümmere mich um keine Product Placements oder so. Mir ist es einfach wichtig, gute, witzige und keine langatmigen Videos zu produzieren, mit diesem Best-Of-Feeling, so dass man immer das Gefühl hat, es kommt gleich irgendetwas geiles.

Und meine Videos sind im letzten Monat wirklich besser geworden. Das kam auch viel durch den Zuspruch. Wenn du den ganzen Tag hörst „Ey, NebelNiek, du machst die besten Videos!“ und dann sagt dieser und jener YouTuber noch „Du machst die besten Videos„, das ist so ein Motivationsschub, dass man auch Lust hat, noch bessere Videos zu machen. Man setzt sich dann wirklich hin und denkt sich „Das Video wird geil, jetzt mach ich ein geiles Video!“ und dadurch werden die Videos eben auch besser.

Broadmark: Hättest du denn vor ein paar Monaten schon damit gerechnet, dass sich die ganze Arbeit derart auszahlen würde und dein Kanal so durch die Decke geht?

Karl: Also, die Zahlen sind ja immer so’n bisschen gestiegen. Und so vor ein paar Monaten.. (überlegt), ja, ich glaub, neee. Also, das was da gerade passiert, ist ja total absurd. Ich komme da überhaupt nicht drauf klar. Ich hab nie damit gerechnet. Natürlich freut man sich, dass die Arbeit sich auszahlt, aber dass sie sich so krass auszahlt, das ist auch einfach extrem. Das gab es auch noch nie so richtig auf YouTube, damit kann man nicht rechnen. Aber das passiert ja alles zufällig. (lacht) Und würde ich jetzt nicht so viele neue Abonnenten bekommen, würde ich mir genau so viel Mühe geben mit den Videos.

Auf Seite 2 erzählt NebelNiek mehr zu der Produktion seiner aufwendigen Videos, wer eigentlich seine Zuschauer sind und was er für die Zukunft plant.