TubeClash-Staffel-2-Review

TubeClash Staffel 2 – Review

Von November bis Januar erschienen Woche für Woche die Folgen der zweiten Staffel TubeClash. Die letzte Folge lief vor drei Wochen, unsere Review dazu findet ihr hier. Jetzt ist es an der Zeit, die gesamte Staffel einmal Revue passieren zu lassen.

TubeClash 2 zeichnete sich durch einige große Unterschiede zur ersten Staffel aus. Das Team war größer, die Ansprüche höher und auch die Umsetzung konnte sich rundum wirklich sehen lassen, die Animationen wirkten professioneller, flüssiger und detaillierter, die Hintergründe transportierten die Atmosphäre auf beeindruckende Weise und auch die Musik wies deutlich mehr Vielseitigkeit auf als noch in der ersten Staffel. Handwerklich war TubeClash 2 ein gewaltiger Schritt nach vorne.

Kritik gab es vor allem für die Handlung und die Charaktere. Während TubeClash 1 noch alle zehn Charaktere relativ gleichmäßig ihren Teil zur Handlung beitragen lies und es bis zum Ende hin keinen klaren Hauptcharakter hatte, ging TubeClash 2 einen anderen Weg. Anstatt sich in erster Linie auf Humor und kurze Handlungsbögen zu stürzen, die selten länger als eine oder zwei Folgen andauerten, ließ die zweite Staffel sich für die Handlungsbögen mehr Zeit. So dauerte Stegis Suche nach seinem besten Freund Tim fast die gesamte erste Staffelhälfte hindurch an und wurde auch in der zweiten Hälfte weiter fortgeführt. Auch die anderen Charaktere bekamen ihren Platz in TubeClash 2, doch außer Stegi, Melina und Julien Bam sowie dem Master GermanLetsPlay blieben die meisten Charaktere recht flach und eindimensional, was vor allem ihrer geringen Screentime geschuldet ist.

tubeclash-riolu2

TubeClash Malin

Während die Charaktere bis auf die Handlungsträger etwas zu kurz kamen, glänzte TubeClash 2 dafür mit der Geschichte. Während in der ersten Staffel vieles etwas überstürzt und zusammengewürfelt wirkte, hatte TubeClash 2 eine überraschend tiefgründige Handlung, die Figuren hatten Motivationen und Ziele und es gab die eine oder andere überraschende Wendung.



Gespart wurde weder mit Insiderwitzen und Anspielungen, noch mit Fanservice. Populäre Shippings wie „Stexpert“ und „GLPaddl“ wurden wie schon in der ersten Staffel aufgegriffen, diesmal allerdings deutlich weniger subtil, gerade die GLPaddl-Szenen in der vorletzten Folge dürften manchem Zuschauer zu viel gewesen sein, während andere gar nicht genug davon bekommen konnten.

Auch die skurrilen Merkmale und Eigenschaften, mit denen sich die YouTuber selbst inszenieren, wurden gekonnt aufgegriffen und überspitzt. Julien Bams Gedankenspiele, ConCrafters Verspieltheit und Verpeiltheit oder Rewis Ausraster wurden alle aufgegriffen, genauso wie viele andere typische Eigenschaften: HandOfBlood bekam einen eindrucksvollen Kampf gegen ein Monster aus dem Spiel, für das er bekannt ist, Melina zeigte ihre Leidenschaft für Pizza und Paluten hatte sein Schwein Edgar.

tubeclash-lena2

TubeClash Mira

Doch auch abseits der zehn Clasher wurden zahlreiche Späße und Anspielungen eingebaut, es gab erwartbare und überraschende Gastauftritte in verschiedensten Formen, Comebacks von bekannten Randfiguren aus Staffel 1, wie beispielsweise ApeCrime als Affenorakel oder Luna Darko als Bordcomputer des Luftschiffs von Herr Bergmann und izzi. Rein aus dieser Perspektive ist TubeClash 2 also rundum gelungen, fast jeder YouTuber wurde gut dargestellt und egal aus welcher Community man stammt, man konnte über den einen oder anderen Insider lachen.

Doch leider dominierten bei den zehn Clashern dieses Jahr eindeutig die Let’s Player: Mit Paluten, Sturmwaffel, Rewi, Stegi, HandOfBlood und ConCrafter waren sechs YouTuber aus dem Gaming-Bereich dabei. Das liegt zwar auch an der immensen Popularität ebenjener, doch trotzdem litten andere Kategorien und deren Zuschauer darunter. Sofern man nichts mit Gaming anfangen kann, ist TubeClash 2 deutlich weniger reizvoll als die erste Staffel, die mit einer etwas runderen Charakterauswahl auftrumpfen konnte.

Wie gut man TubeClash 2 im Endeffekt findet, hängt stark von persönlichen Präferenzen ab. Kennt man die vertretenen YouTuber gut, ist die Chance deutlich größer, dass man Spaß an TubeClash 2 hat. Wenn man Stegi nicht leiden kann, dürfte es schwierig werden, sich mit TubeClash 2 anzufreunden. Den Geschmack aller Zuschauer zu treffen, ist allerdings unmöglich und aus dem Ausgangsmaterial, das TubeClash 2 bot, hat das Team um darkviktory so viel rausgeholt wie möglich. TubeClash 2 lohnt sich alleine schon wegen der hervorragenden Animation, der liebevollen Produktion und der detailverliebten Gestaltung.

tubeclash-veronika2

TubeClash Chelly

So fanden die YouTuber #TubeClash02

Die Einzigartigkeit der Animationsserie kommt nicht nur durch die kreativen Ideen und Leitmotive der Zuschauer und des Teams um darkviktory zustande — TubeClash lebt vor allem von den real existierenden YouTube-Vorbildern. Aus diesem Grund haben wir einige YouTuber aus #TubeClash02 nach ihrer Meinung zur zweiten Staffel der YouTube-Serie befragt.

Ju

Julien Bam

 

„Die erste Staffel fand ich schon super nice! Sich jedoch selbst als animierten Charakter in der zweiten Staffel zu sehen, war noch aufregender. Das liegt daran, dass man sich fragt, wie man inszeniert wird. Ich finde, dass die Jungs wieder einmal ein Meisterwerk geschaffen haben!“

Rewinside

Rewinside

„TubeClash hat mir Riesenspaß gemacht! Leider bin ich ja schon ziemlich früh den Serientod gestorben, aber einer muss den Anfang machen. Und irgendwie ist es ja auch ein erster Platz! Meinen Charakter fand ich echt gut getroffen — Respekt an das ganze Team. Ansonsten haben mir Ju und Max am besten gefallen. Auch mit darkviktory selbst hatte ich in der Zwischenzeit schon Kontakt. Ich bin ein großer Fan seiner Kunst und finde ihn mega sympathisch!“

Kurono

Kurono

„Mir hat es eine Menge Spaß gemacht, das Adventure der vielen mutigen Clasher zu verflogen und ein Teil davon zu sein — ein Teil dieser kranken geilen Scheiße. Das erfüllt mich mit Stolz! Auch wenn mein Charakter den ehrenhaften Picotot gestorben ist, finde ich, dass sich das Team noch mal um einiges verbessert hat was Effizienz und Animation angeht. Das hat alles noch cooler gemacht als die vorherige Staffel. Ich freue mich schon auf Staffel 3!“

ConCrafter

Luca

„Also ich fand’s ultra cool — einfach alles: von der Umsetzung der kleinsten Charakterzüge von Luca bis zur kompletten Konzeption und Ausarbeitung der Serie. Mich hat’s gefreut, dass mein Charakter genauso naiv dümmlich dargestellt werden konnte, wie ich dies in meinen Videos ebenfalls immer verkörpere. Man hat außerdem gemerkt, dass die Truppe sich enorm viel mit den zehn Clashern auseinander gesetzt hat, da unfassbar viele Insider und individuelle Ereignisse und Witze erfolgreich integriert wurden.“

Auch Macher darkviktory ist zufrieden mit der zweiten Staffel TubeClash: „Ich finde, wir haben mit Staffel 2 einen passablen Job gemacht. Es war sehr schwierig, denn die Erwartungen waren dermaßen hoch, dass sie eigentlich nicht realistisch erfüllt werden konnten. Jeder Schritt, den wir taten, hatte gefühlt doppeltes Gewicht, als noch im Vorjahr. Dennoch haben wir es geschafft neue Geschichten und Charaktere zu etablieren und dem Zuschauer das gegeben, was sie sehen wollten — nämlich das, was sie an Staffel 1 geliebt haben. Wir haben genau das Problem „Alt ist immer besser als Neu“ zum Thema des Finales und zum Grundkonflikt von GLP und Stegi gemacht.“ Er freut sich bereits auf die dritte Staffel: „Für Staffel 3 bleibt diese Frage nun natürlich immer noch teils unbeantwortet, denn die Lösung, alles Alte wiederzubeleben, bringt immer Probleme mit sich: Im Endeffekt kann man nur in der Vergangenheit leben, wenn man die Gegenwart vergisst, oder man lebt im Hier und Jetzt, schaut dafür aber nicht mehr zurück. Staffel 2 hat neue Türen und Möglichkeiten geöffnet und die Geschichte von 1 weitererzählt. Nun freue ich mich auf Staffel 3, um mit den Zuschauern gemeinsam alles bekannte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und einen finalen, gebürtigen Schluss für das TubeClash-Universum zu schreiben!“

Fazit

Insgesamt bekam TubeClash 2 gemischte Resonanzen. Viele waren mit gewissen Aspekten unzufrieden, gerade die Zuschauer störten sich teils sehr an Charakteren oder Handlung. Die YouTuber dagegen waren größtenteils zufrieden mit ihrer Darstellung und auch allgemein mit TubeClash 2, manche waren sogar hellauf begeistert. Alles in allem hatte TubeClash 2 durchaus seine Schwächen, aber auch seine Stärken. Viel war von der persönlichen Präferenz des Zuschauers abhängig, aber trotz allem muss man dem Team um darkviktory großes Lob für eine ambitionierte, handwerklich hervorragende und liebevoll gestaltete 2. Staffel TubeClash zukommen lassen.

Beitragsbild von darkviktory
Artikel von Alexandra Link, Celina Konz und Jona Kirchen